Rundwanderung großer Binnensee: 22 km bei Hohwacht

Freitag, 25. September 2026
Serie Outdoor S2 • E37
Google Maps Escheburg
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Lesedauer: 13 Minuten

Zwischen Sehlendorf und Behrensdorf liegt eine der abwechslungsreichsten Ecken der Ostseeküste, die ich bisher erwandert habe. Ein Naturschutzgebiet, ein Gutshaus, eine Steilküste und jede Menge Ostseeblick, alles auf einer einzigen Runde.

Nachdem ich in den vergangenen Monaten schon einige Runden um Seen in Schleswig-Holstein gedreht hatte, wollte ich mir auch diese Route einmal genauer ansehen. Anfang September, mit noch angenehmen Temperaturen und einem für eine Mehrtagestour gepackten Rucksack, machte ich mich auf den Weg.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine Runde um den großen Binnensee bei Hohwacht. Du erfährst, wo du parken kannst, wie abwechslungsreich die Strecke zwischen Naturschutzgebiet, Gutshaus und Steilküste verläuft, welche Ausrüstung ich dabei hatte und worauf du dich unterwegs einstellen solltest.


Kurze inhaltliche Übersicht



Start am Strandparkplatz Sehlendorf

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Mein Auto stellte ich am Strandparkplatz Sehlendorf ab, direkt an der Ostsee gelegen und für 3 Euro Tagesgebühr unkompliziert zu erreichen. In der Gebühr war die Kurtaxe bereits enthalten. Abkassiert wurde ich dafür nicht an einem Automaten, sondern direkt bei der Einfahrt von einer jungen Dame am Eingang.

Der Parkplatz selbst teilte sich in zwei Bereiche auf, einen mit Schotteruntergrund und einen mit kurz gemähter, gut befahrbarer Wiese. Vor Ort gab es zudem mehrere Restaurants und Cafés sowie ein kleines Toilettenhäuschen.

Sowohl am frühen Morgen als auch bei meiner Rückkehr am Nachmittag war der Parkplatz nahezu leer. Für mich war er der ideale Ausgangspunkt, denn er markierte gleichzeitig Start und Ziel meiner Runde und lag nah genug an der eigentlichen Strecke, um ohne Umwege direkt loslaufen zu können.

Wer die Tour nachwandern möchte, findet die komplette GPS-Strecke bei Komoot verlinkt, inklusive Höhenprofil und aller Wegpunkte, die ich in diesem Beitrag beschreibe.

Link: Die Route bei Komoot

Die komplette Tour mit 22,3 km Länge und 140 Höhenmetern kannst du dir bei Komoot ansehen und direkt auf dein Gerät laden.

Auch wenn ich nur einen Tagesausflug plante, hatte ich meinen kompletten Rucksack für eine Mehrtagestour gepackt dabei, um das Setup unter realen Bedingungen zu testen.

Tipp: Meine Ausrüstung für die Tour

Als Rucksack hatte ich meinen 3F UL Gear Qidian Pro dabei, in den meine komplette Mehrtagesausrüstung passt. An den Füßen trugen mich meine Topo Athletic Traverse Trailrunner sicher über Wald- und Küstenwege. Zwei Liter Wasser reichten mir bei rund 20 Grad für die gesamte Strecke aus.


Durch das Naturschutzgebiet Sehlendorfer Binnensee nach Hohwacht

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Direkt ab dem Parkplatz führte mich der Weg quer durch das Naturschutzgebiet Sehlendorfer Binnensee, ein Flachwassersee mit angrenzenden Röhrichtflächen, der besonders für Wasservögel ein wichtiger Rückzugsraum ist. Schon auf den ersten Metern waren überall Vögel zu hören und zu sehen, ohne dass es dabei wirklich laut wurde. Der breite, befestigte Schotterweg bot genug Platz für drei Personen nebeneinander und verlief ruhig und schattenlos zwischen Schilf und offenen Wiesenflächen.

An einer Brücke über die Nessendorfer Mühlenau hatte ich einen besonders schönen Ausblick über das Gebiet, sodass ich auf die im Naturschutzgebiet aufgestellten Infotafeln und Aussichtspunkte gar nicht mehr angewiesen war. Ich war zu dieser frühen Morgenstunde noch weitgehend allein unterwegs und konnte den Einstieg in die Tour ganz im Genussmodus erleben, sodass ich schon nach den ersten hundert Metern das Gefühl hatte, den Alltag weit hinter mir gelassen zu haben.

Information: Das Naturschutzgebiet Sehlendorfer Binnensee

Der Sehlendorfer Binnensee ist ein EU-Vogelschutzgebiet und dient unter anderem Kranichen, Enten und Watvögeln als Rast- und Brutgebiet. Bitte bleib auf den ausgewiesenen Wegen und halte auch mit Hund ausreichend Abstand zu den Wasserflächen.

Um möglichst wenig an der stark befahrenen Landstraße 164 entlanglaufen zu müssen, bog ich kurz nach Erreichen von Hohwacht in einen Waldweg ab. Diese kleine Umleitung durch den Wald war eine der wenigen Stellen der Tour, an denen ich bewusst von der Hauptstrecke abwich, um dem Verkehrslärm zu entgehen.


Wald, Ferienhäuser und der Weg nach Hamberg

Als ich den Wald hinter mir gelassen hatte, führte mich der Weg durch ein Neubaugebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern. Was auf den ersten Blick nach einem gewachsenen Wohnviertel aussah, entpuppte sich zu meinem Entsetzen als reine Ferienhaussiedlung, Haus an Haus, aber kein einziges davon dauerhaft bewohnt.

In Haßberg angekommen, ging es dann auf dem Fahrradweg entlang der Landstraße weiter. Nach etwa 1,5 Kilometern konnte ich diesen zum Glück wieder verlassen, nachdem ich die Kossau überquert hatte, die hier noch als kleiner Wasserlauf durch die Landschaft mäandert.


Anstieg im Wald und eine ungewöhnliche Begegnung

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Nach der Kossau-Querung stand ein steiler Aufstieg von 0 auf 50 Höhenmeter an, für die flache Küstenregion durchaus bemerkenswert.

Da der Anstieg vollständig im schattigen Wald verlief, war er trotz der Steilheit gut zu bewältigen und sorgte für eine willkommene Abwechslung im ansonsten flachen Profil der Tour.

Mitten auf diesem Waldweg kam mir ein Pickup mit Anhänger entgegen. Auf der Ladefläche lagen zwei in der Nacht geschossene Füchse, ein angeblich überfahrenes Huhn sowie Rippenbögen eines für mich nicht mehr identifizierbaren Tieres.

Eine Szene, die mir deutlich vor Augen führte, dass ich mich hier fernab jeder touristischen Infrastruktur befand.


Am großen Binnensee entlang zum Gutshaus Waldersee

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Nach Verlassen des Waldes kam der große Binnensee erstmals in Sicht und gab den Blick über den See frei, so dass man am anderen, dem östlichen Seeufer schon die schöne, maritime Natur erahnen konnte.

Für gut zwei Kilometer führte mich ein breiter Weg mit diesem tollen Ausblick immer am Ufer entlang, bis ich das sehr gepflegte Gräflich von Waldersee'sche Gutshaus mit seinen Wirtschaftsgebäuden erreichte, für mich einer der optisch schönsten Punkte der gesamten Strecke.

Auch die zugehörigen Wohnhäuser wirkten von außen gepflegt und einladend, allesamt bewohnt und mit schönen Gärten umgeben.

Selbst das eigentliche Betriebsgelände des Guts machte einen ungewohnt aufgeräumten und sauberen Eindruck, was den gesamten Bereich rund um das Gutshaus zu einem echten Blickfang auf der Strecke machte.


Durch Behrensdorf zurück an die Ostsee

Nach dem Gutshaus führte der Weg für drei Kilometer auf einem Fahrradweg entlang der Kreisstraße 26 durch Behrensdorf. Dieser Abschnitt war der unspektakulärste der gesamten Runde, aber notwendig, um wieder Anschluss an die Küste zu bekommen.


Maritimer Wegabschnitt am Kleinen Binnensee

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Sobald ich Behrensdorf hinter mir gelassen hatte, wurde die Strecke für die kommenden sieben Kilometer deutlich maritimer. Immer wieder öffnete sich der Blick auf Strand und Ostsee, während ich zunächst am Naturschutzgebiet Kleiner Binnensee mit seinen angrenzenden Salzwiesen entlanglief.

Genau hier, kurz nachdem ich die Ostsee wieder erreicht hatte, machte ich an einem wunderschönen und kaum besuchten Strandabschnitt eine längere Pause direkt am Wasser.

Dieser Moment bei angenehmen Temperaturen in der Sonne, mit Blick aufs Meer, dem Wind in den Ohren, keine Notwendigkeit für Eile verspürend, war für mich der emotionale Höhepunkt der gesamten Wanderung. Einfach eine sehr schöne Rast.

Hinweis: Wenig Versorgung unterwegs

Verpflegungsstationen und Toiletten gibt es auf der Strecke nur vereinzelt und eigentlich ausschließlich direkt an der Ostsee. Nimm daher ausreichend Wasser und kleine Snacks selbst mit, bevor du startest.

Einzige Ausnahme ist ein kleiner, personalloser Supermarkt in Behrensdorf. Da bist du dann aber auch schon fast in Sichtweite der ersten Einkehrmöglichkeiten.


Der verwaiste Seglerhafen am Campingplatz Lippe

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Am Campingplatz Lippe überquerte ich noch einmal die Kossau, die hier aus dem großen Binnensee kommend in die Ostsee mündet. Direkt dahinter stand ich unvermittelt auf dem Gelände eines riesigen, aber völlig verwaisten Seglerhafens.

Von den einstigen Stegen und Bootsliegeplätzen waren nur noch die Pfeiler im Boden übrig, ein eigenartiger Anblick, der das Gelände trotz seiner Leere sehr interessant machte und als Lost Place bezeichnet werden könnte.

Zu meinem Nachteil war das Gelände nach hinten hinaus gut eingezäunt, inklusive deutlich sichtbarer Hinweisschilder, die das Betreten untersagten. Da mir kurz zuvor aber ältere Spaziergänger mit Hund entgegengekommen waren, ging ich davon aus, dass sich hier trotzdem ein Weg finden lassen würde.

Genervt hat mich eigentlich nur, dass ich den Zaun nicht schon früher gesehen hatte, denn am Ende musste ich mir kurzerhand unter dem Zaun hindurch einen Weg suchen, um weiterzukommen. Nach etwa fünf Minuten hatte ich das Gelände durchquert und stand wieder auf dem eigentlichen Wanderweg.


Entlang des Dünenkamms zurück nach Hohwacht

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Nach dieser kleinen Kriechpartie verlief der Weg bis zum Beginn der Hohwachter Promenade durchgehend am Dünenkamm entlang der Ostsee. Dort führte mich ein schmaler Single Trail zwischen Strandhafer, Sanddorn, Dünenrosen und anderen Büschen hindurch, mal dichter bewachsen, mal mit freiem Blick aufs Wasser.

Streckenweise ging es sogar direkt über den Strand, was sich allerdings erwartungsgemäß als anstrengender gestaltete. Der tiefe Sand machte jeden Schritt mühsam und unter der Oberfläche verbargen sich immer wieder größere Rundlinge, an denen man leicht hätte umknicken können.

Am Strand selbst waren einige Gäste unterwegs, wenn auch bei weitem nicht in Massen, während die Ostsee auf der anderen Seite völlig leer und ohne ein einziges Schiff dalag.

Bei Sonne, ein paar Wolken, angenehmen 20 Grad und einer spürbaren Brise mit 4 Windstärken fühlte sich dieser Abschnitt trotz der Anstrengung sehr angenehm an. Für mich gehörte er zu den schönsten der gesamten Runde, da der Blick fast durchgängig aufs offene Meer frei war.


Seebrücke, Badehäuschen und die letzte Herausforderung

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In Hohwacht selbst war die Seebrücke einen kurzen Fotostopp wert. Unterhalb der beginnenden Steilküste standen zudem kleine Badehäuschen am Strand, die ihren Besitzern offensichtlich als private Rückzugsorte am Meer dienen.

Nach rund 20 gelaufenen Kilometern mit 10 Kilogramm Gepäck folgte dann noch einmal eine echte Herausforderung, denn unzählige Stufen führten von 0 auf 20 Meter Höhe hinauf, bevor der Weg oben entlang der Steilküste weiterlief.

Den eigentlich sehr schönen südlichen Strandabschnitt von Hohwacht konnte ich mir wegen einer riesigen Baustelle leider nicht ansehen. Hier wird offenbar die Promenade weitergebaut...

Kurz darauf traf ich wieder auf den mir bereits bekannten letzten Streckenabschnitt durch das Naturschutzgebiet Sehlendorfer Binnensee und lief die letzten Meter zurück zu meinem Auto am Strandparkplatz Sehlendorf.


Fazit: Meine Rundwanderung um den großen Binnensee

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Nach sechs Stunden, Pausen inklusive, kam ich wieder an meinem Auto an und blicke auf eine sehr abwechslungsreiche Tour zurück. Naturschutzgebiet, Wald, Gutshaus, Seeufer, Steilküste und Ostseestrand wechselten sich auf 22,3 Kilometern so dicht ab, dass mir kaum ein Streckenabschnitt langweilig vorkam.

Mit ihren 140 Höhenmetern und den steilen Treppen kurz vor Schluss würde ich die Runde als mittelschwer einstufen, für geübte Wanderer gut an einem Tag machbar, für Einsteiger mit ordentlicher Kondition aber ebenfalls zu schaffen.

Wer noch auf der Suche nach ähnlichen Rundtouren in Schleswig-Holstein ist, findet in meinen Beiträgen zur Hemmelsdorfer-See-Runde, zur Ratzeburger-See-Runde und zur Fehmarn-Umrundung weitere lohnende Alternativen an oder in der Nähe der Ostseeküste.


Hast du Fragen zur Route, zur Ausrüstung oder möchtest du mir von deiner eigenen Wanderung um den großen Binnensee berichten? Dann schreib mir gerne über mein Kontaktformular, ich freue mich auf deine Nachricht.


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