Die Fehmarn-Umrundung (Teil 2)

Freitag, 12. Juni 2026
Serie Outdoor S2 • E22
Google Maps Bad Gögging
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Lesedauer: 20 Minuten

Ein Jahr ist vergangen. Ein Jahr, in dem ein lädiiertes Knie Geduld verlangte, ein Hexenschuss die Rapsblüte zur Zuschauerveranstaltung machte und mein Kopf die unerledigte Aufgabe nie wirklich losließ. Fehmarn – die Insel, auf der die Familie meines Vaters einst zuhause war – wartete noch auf mich.

Was erwartet dich in diesem Beitrag? Ich nehme dich mit auf beide Etappen des zweiten Teils meiner Fehmarn-Umrundung – von Puttgarden über die Westküste bis nach Flügge und weiter über die Südküste zurück nach Burgstaaken. Du erfährst, was mich unterwegs überraschte, begeisterte und auch ärgerte und warum dieser Abschluss mehr bedeutete als nur Kilometer zählen.


Kurze inhaltliche Übersicht



Im ersten Teil meiner Fehmarn-Umrundung musste ich die Tour wegen einer Knieverletzung vorzeitig abbrechen. Puttgarden war damals das unfreiwillige Ende. Jetzt, Ende Mai, war es endlich so weit. Der zweite Anlauf, die fehlenden Kilometer, der echte Abschluss.

Zwei Tage, knapp 50 Kilometer, ein steter Wind mit 5 Beaufort, Meerkohl in voller Blüte, eine Elektrofähre namens "The Baltic Whale", zu viele Schafe, ein Bett in einer Holzhütte und ein Himmelsspektakel bei Sonnenuntergang. So schloss ich meine Fehmarn-Umrundung ab und mit ihr ein persönliches Versprechen.


Ein Jahr Pause: Knie, Hexenschuss und der zweite Anlauf

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Wer Teil 1 gelesen hat, erinnert sich. Ein Beinahe-Absturz an der südlichen Steilküste hatte meinem rechten Knie ziemlich übel mitgespielt. Kein sichtbarer Schaden, keine Schwellung aber ein Schmerz, der sich hartnäckig hielt. Ich entschied damals vernünftigerweise, die Tour in Puttgarden zu beenden und das Knie erstmal zu schonen.

Was ich damals noch nicht ahnte war, dass ein ganzes Jahr vergehen sollte, bis ich den zweiten Teil wirklich angehen konnte. Das Knie brauchte zunächst mehrere Wochen, um überhaupt wieder belastbar zu werden. Richtig stabil fühlte es sich erst zum Jahreswechsel an, also etwa fünf Monate vor diesem Beitrag. Dann folgte eine Phase gezielten Aufbautrainings, um die Muskulatur drumherum wieder auf Touren zu bringen.

Mein Plan war, die Tour zur Rapsblütezeit, wenn Fehmarn in sattem Gelb leuchtet, abzuschließen. Daraus wurde nichts. Ein Hexenschuss warf mich im April aus der Bahn und machte den Zeitplan zunichte. Ende Mai war dann endlich das Fenster offen. Knie halbwegs okay, Rücken kooperativ, Wetter passabel. Ich packte den Rucksack und fuhr nach Fehmarn.


Tag 1: Von Puttgarden entgegen dem Uhrzeigersinn

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Gegen 8:10 Uhr startete ich Richtung Burgstaaken, wo ich auf einem kostenlosen öffentlichen Parkplatz mein Auto abstellte und die rund zwei Kilometer zum Bahnhof in Burg auf Fehmarn zu Fuß zurücklegte. Nach etwa 40 Minuten Wartezeit brachte mich der Schienenersatzverkehr-Bus des NAH.SH zum Fähranleger in Puttgarden und damit genau dorthin, wo meine Umrundung im vergangenen Jahr abrupt geendet hatte.

Gegen 11:00 Uhr war es dann so weit. Der zweite Teil begann. Ich startete entgegen dem Uhrzeigersinn in einen steten Gegenwind von rund 5 Beaufort. Gefühlt ließ die Nordsee grüßen, auch wenn es die Ostsee war. Der Inselfahrradweg führte auf sehr festem, feinem Schotter immer entlang der Küste und schon die ersten Kilometer hatten ihren ganz eigenen Charakter.


The Baltic Whale: die lautlose Fähre

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Noch beim Start in Puttgarden stach mir eine mir völlig unbekannte Silhouette ins Auge, die aus dem Hafen auslief. Erst dachte ich, meine Augen spielen mir einen Streich, da das Schiff anders aus sah als alles, was ich bisher auf der Strecke nach Rødbyhavn gesehen hatte. Flacher, breiter, irgendwie futuristisch.

Es handelte sich um die "The Baltic Whale" und damit um eine nagelneu in Betrieb genommene Zero Direct Emission-Frachtfähre, die ausschließlich mit Batterien betrieben wird.

Das Beeindruckendste daran ist, dass die Aufladung in gerade einmal 12 Minuten erfolgt und zwar in beiden Häfen während des ohnehin nötigen Be- und Entladevorgangs. Kein Zeitverlust, keine Abgase, kein Lärm. Ein Eindrucksvoller Technikmoment gleich zu Beginn der Tour.


Meerkohl, Kitesurfer und Schafe ohne Ende

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Die ersten Kilometer der Tour führten an mehreren Campingplätzen und Naturschutzgebieten vorbei. Was mich dabei wirklich begeisterte, war der echte Meerkohl, der in riesigen Mengen an den Stränden wuchs und gerade in voller Blüte stand. Ein außergewöhnlicher Anblick, diese massiven, blaugrün-wachsartigen Blätter, aus denen sich meterweit weiße Blütenstände erhoben.

Auf dem Wasser war trotz des kräftigen Windes – oder gerade deswegen – einiges los. Die Ostsee hatte an diesem Tag etwa 16 Grad und war gut bevölkert. Unzählige Kitesurfer zogen ihre Bahnen, überraschend viele Wingsurfer, davon etliche auf Foil-Boards und – was mich wirklich überraschte – sogar zwei oder drei klassische Windsurfer. Ein Sport, den man heutzutage wegen des vielen schweren und sperrigen Equipments kaum noch sieht.

Am Niobe-Denkmal legte ich meine erste Pause ein und ließ die Küste auf mich wirken. Weiter nordwestlich, an der Westermarkelsdorfer Huk mit den Leuchttürmen Westermarkelsdorf, wartete dann eine Herausforderung ganz anderer Art. Schafe. Sehr viele Schafe. Und mit ihnen kilometerlang ihre Hinterlassenschaften auf dem Weg selbst. Was folgte, war für viele Kilometer ein unfreiwilliger Slalomlauf, der Konzentration auf den Boden vor den Füßen verlangte, statt den Blick aufs Meer zu genießen.

Impressionen vom Weg

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Der Ostseestöpsel und Alberts Ankerplatz

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Immerhin hatte die nordwestliche Ecke der Insel einen angenehmen Nebeneffekt, denn der Gegenwind wurde nun zu einem Seitenwind. Gefühlt eine erhebliche Verbesserung.

Etwas südwestlich der Leuchttürme Westermarkelsdorf liegt der bekannte Ostseestöpsel – und direkt daneben Alberts Ankerplatz, ein kleiner Imbiss mit Sitzplätzen direkt am Wasser.

Dort gönnte ich mir eine verdiente Verpflegungspause. Pommes mit Ketchup und eine eiskalte Fritz Cola für 7 Euro. Günstiger geht es an der Küste kaum. Direkt neben dem Imbiss gab es außerdem ein kleines Gehege mit Tieren, die ich bis heute nicht sicher einordnen kann. Lamas oder Alpakas oder auch beide Arten in einem Gehege? Ich verwechsle die beiden einfach immer.

Impressionen vom Weg

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Ankunft auf dem Campingplatz Flüggerteich

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Gut gestärkt verließ ich kurz den Fahrrad-Expressweg und lief ein gutes Stück auf einem wirklich schönen Single Track direkt an der Ostseeküste entlang. Auch hier wieder beeindruckend viel Meerkohl in voller Blüte.

An der Westküste kamen auch die Rapsfelder ins Bild. Zwar schon ausgeblüht, aber immer mal wieder am Wegesrand.

Meine letzte Pause vor dem Tagesziel machte ich am COYS Strandbistro. Dort herrschte für mein Empfinden ein merkwürdiges Missverhältnis zwischen dem ruhigen Betrieb und der sichtlichen Überforderung des Personals. Aber ein Calippo Cola tat trotzdem gut.

Kurz vor dem Campingplatz Flügge Strand passierte ich noch den Jimi Hendrix Gedenkstein, der an seinen letzten großen Auftritt kurz vor seinem Tod erinnert. Ein stilles Denkmal am Wegesrand, das man leicht übersehen kann.

Impressionen vom Weg

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Gegen 17:45 Uhr erreichte ich den Campingplatz Flüggerteich. Beim Check-in fragte ich spontan, ob noch eine der kleinen Hütten frei wäre. Es war noch eine da. Was folgte, war ein kurzer Dialog, der mich heute noch schmunzeln lässt.

Der Betreiber schaute in seinen Computer und meinte, er wisse nicht, ob die Hütte schon gereinigt sei. Ich antwortete, dass mir das im Zweifelsfall total egal sei. Worauf er mich kurz und knapp wissen ließ, dass es ihm aber nicht egal sei. Zum Glück hatte seine Frau die Hütte blitzschnell geprüft und für gut befunden.

Die kleine Hütte war aus Holz, erschien aufgrund ihres Geruchs nagelneu, hatte eine halbovale Form und bot alles, was man nach einem langen Tag braucht. Ein 200×140 cm großes Bett mit einer wirklich weichen Matratze, einen fest verbauten Tisch mit zwei Sitzen, eine Bank und sogar eine Infrarotheizung, die ich aber zum Glück nicht brauchte. Zwei große Türen und ein Fenster mit Mückengitter rundeten das kleine aber feine Quartier ab. In jedem Falle viel besser als ein Zeltlager.

Die Mini-Hütte auf dem Campingplatz Flüggerteich

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Das Abendessen im Dünenhus

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Nach einer wohlverdienten warmen Dusche machte ich mich auf den Weg zum benachbarten, deutlich größeren Campingplatz Flügger Strand, auf dessen Gelände sich das Restaurant Dünenhus befindet.

Die Speisekarte war kurz und übersichtlich, eine Getränkekarte gab es zu meinem Erstaunen nicht, was mir bei der Getränkewahl und der Preiseinschätzung unangenehm auffiel. Ich bestellte ein Schnitzel mit Pommes und Pilz-Rahm-Sauce.

Die Portion war groß, das Ergebnis leider enttäuschend. Das Schnitzel hatte alle Anzeichen eines tiefgefrorenen Fertigprodukts, das Fleisch war völlig durchgegart und trocken wie Pappe. Die Pilz-Rahm-Sauce war für meinen Geschmack stark übersalzen. Die Pommes waren okay. Ketchup hätte man von sich aus dazustellen können, aber die von mir als eher unfreundlich wahrgenommene Kellnerin erwähnte das nicht.

Der eigentliche Tiefpunkt folgte bei der Bezahlung. Das Kartenterminal verweigerte meine Visa-Karte und die Chefin erklärte mir, das Gerät habe mit Visa "immer Probleme" und sie habe "morgen einen Termin bei der Bank". Morgen wäre aber ein Sonntag gewesen, wo keine Bank auf hat... Ich beließ es dabei und war froh, aus dem Restaurant rauszukommen.

Den Abend rettete das Meer. Ich lief noch an den Strand und obwohl es ob meiner Kleidungswahl zu kühl und windig war, um wirklich zu verweilen, bekam ich ein Himmelsspektakel geboten. Die Wolkenformationen über der Ostsee, die Fehmarnsundbrücke und der Leuchtturm Flügge, alles in das orange-rote Licht der goldenen Stunde getaucht. Um 21:00 Uhr war ich zurück auf dem Campingplatz und schlief unverzüglich ein.

Der Abend in Flügge

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Link: Tag 1 bei Komoot

Den genauen Streckenverlauf, das Tourprofil und die Wegbeschaffenheit von Tag 1 findest du in meinem Komoot-Profil: Fehmarn-Umrundung Teil 2 – Tag 1 (Puttgarden nach Flügge)



Tag 2: Von Flügge zurück nach Burgstaaken

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Nach einer tiefen, erholsamen Nacht begann mein zweiter Tag gegen 8:00 Uhr. Zähneputzen, Rucksack packen, Wasser aufsetzen. Der gewohnte Morgenrhythmus eines Trekkers. Mit einem schnellen Kaffee in der Hand, den ich auf meinem kleinen Kocher aufgebrüht hatte, machte ich mich bereit. Nach dem Bezahlen in der Rezeption ging es los auf die verbleibende Strecke.


Single Trail, Orther Bucht und die Schwalben von Gold

Der Start des zweiten Tages war direkt einer der schönsten Momente der gesamten Tour. Ein Single Trail durch die Dünen, direkt am Strand entlang, führte mich zum südwestlichen Ende der Insel, dem Flügger Leuchtturm.

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Danach wechselte der Charakter des Weges. Es ging auf dem typischen Schotter-Fahrradweg, meist auf dem Deich, immer entlang der Orther Bucht.

Dabei durchquerte ich mehrere Naturschutzgebiete und passierte die beiden kleinen Häfen Orth und Lemkenhafen.

Besonders im Bereich zwischen Flügger Leuchtturm und Orth waren Mücken ein ernstes Thema. Lästig, weil sehr stichfreudig und scheinbar in unbegrenzter Zahl vorhanden. Das hatte ich in dieser Intensität nicht erwartet.

Ein kleines Naturhighlight gab es bei Gold zu erleben, das Naturschutzgebiet Steilküste Gold. Dort konnte ich Schwalben dabei beobachten, wie sie in ihre Brutröhren in der Steilküste einflogen. Ein stilles, aber faszinierendes Schauspiel direkt am Wegesrand.

Impressionen vom Weg

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Mittagspause in Strukkamphuk

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Kurz vor der Fehmarnsundbrücke legte ich am Campingplatz Strukkamphuk eine ausgedehnte Mittagspause ein. Die Versorgung mit Trinkwasser hatte sich als etwas diffizil erwiesen. Ich erschnurrte mir an der zugehörigen, sehr schönen Strandbar erfolgreich einen Free Refill meiner Flasche Wasser mit Leitungswasser und kochte mir dann in Ruhe eine Ramensuppe auf meinem Kocher.

Nach etwa einer Stunde Pause startete ich auf den letzten und wie sich zeigen sollte schönsten Streckenabschnitt der gesamten Tour. Die Fehmarnsundbrücke war bereits gut sichtbar und rückte mit jedem Schritt immer näher.

Am Leuchtturm Strukkamphuk und an einigen wirklich beeindruckenden Ferienhäusern vorbei lief ich immer auf die Brücke zu, bis ich schließlich direkt darunter hindurchlief.

Pause am Strand vom Campingplatz Strukkamphuk

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Die Südküste: schönster Abschnitt der gesamten Tour

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Nach der Brücke kam die Ortschaft Fehmarnsund und mit ihr ein echter Wow-Moment. Wunderschöner Strand, unzählige Ferienhäuser in allen Größen und Stilen, von klein und charmant rustikal bis hin zu großzügigen Luxusbauten, bei denen ich durchaus gestehe, dass da bei mir ein bisschen Neid im Spiel war. Und dann kam auch noch die Sonne raus. Zum ersten Mal auf der gesamten Tour. Herrlich. Aber auch heiß. Sehr heiß auf einmal.

Am Ende der Ortschaft führte der Weg durch den Campingplatz Miramar. Was ich dort sah, brachte mich dann kurz ins Grübeln.

Dauercamper, die ihre Wohnwagen über die Jahre so stark ausgebaut hatten, dass man nicht mehr von Vorzelt sprechen kann. Echte Anbauten mit festen Fenstern, Türen, massiven Wänden. Was hat das denn noch mit Campen zu tun? Ich überlasse das der Antwort des Betrachters, wenn gleich ich meinen Unmut aber auch so laut äußerte, dass einer dieser Dauercamper von seinem Stuhl aufstand und mir hinterher schaute.


Der Pausiano Beach und das Trinkwasser-Problem

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Was auf diese fragwürdige Sichtung folgte, war gleichzeitig der anstrengendste und schönste Abschnitt der gesamten Inselumrundung, der Pausiano Beach. Der einzige echte Strandabschnitt der gesamten Umrundung, auf dem ich durch knöcheltiefen, weichen Sand laufen musste.

Bei nun schwüler Wärme und praller Sonne war das eine Kombination, die die Beine wirklich forderte. Jeder Schritt kostete Energie. Gleichzeitig war es einfach wunderschön. Weißer Sand, türkisblaues Wasser, kaum Menschen.

Am Ende des Strands befand sich eine Grill- und Versammlungsstelle mit einem Toilettenhäuschen, das ich fest für meine Wasserversorgung eingeplant hatte. Und dann kam der Schreck.

Ein großes Schild am Häuschen verkündete in klaren Worten: kein Trinkwasser. Meine Flasche war leer. Die Sonne knallte. Und vor mir lagen noch mehrere Kilometer, darunter ein recht steiler Anstieg auf den Wulfener Berg.

Hinweis: Wasserversorgung auf der Südküste

Zwischen dem Campingplatz Miramar und Burgstaaken gibt es kaum zuverlässige Möglichkeiten zur Trinkwasserversorgung. Das Toilettenhäuschen am Ende des Pausiano Beach führt kein Trinkwasser. Wer hier unterwegs ist, sollte ausreichend Wasser dabei haben – besonders bei warmen Temperaturen und nach dem kräftezehrenden Sandabschnitt.

Nach Wulfen kam ich am Wakepark Fehmarn vorbei. Eine eiskalte Fritz Cola hätte mich in diesem Moment absolut gerettet. Der aufgerufene Preis von 3,90 Euro ließ mich dann doch den Durst überwinden. Halsabschneider!


Ankunft in Burgstaaken

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So ging es ohne Wasser, aber mit dem Ende vor Augen weiter auf einem der typischen Fahrrad-Expresswege auf dem Deich entlang des Burger Binnensees. Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer. Und erstmals während der gesamten Inselumrundung dachte ich darüber nach, was mein Vater wohl gesagt hätte, wenn er hätte miterleben können, dass ich die Heimatinsel seiner Familie erfolgreich zu Fuß umrundet hätte.

Ich erreichte schließlich den Hafen von Burgstaaken. Und genau hier, an diesem Hafen schloss sich für mich der Kreis der Inselumrundung. Nach knapp 50 Kilometern an den letzten zwei Tagen traf mein Weg das erste Mal wieder auf den des ersten Teils. Ich machte voller unterschiedlicher Emotionen ein Einlauffoto und gönnte mir den Moment des Erfolgs. Anschließend lief ich dann noch die letzten rund zwei Kilometer zu meinem Auto auf dem Parkplatz, wo meine Fehmarn-Umrundung letztlich, nach über einem Jahr, zu ihrem echten Ende kam.

Link: Tag 2 bei Komoot

Den genauen Streckenverlauf, das Tourprofil und die Wegbeschaffenheit von Tag 2 findest du in meinem Komoot-Profil: Fehmarn-Umrundung Teil 2 – Tag 2 (Flügge nach Burgstaaken)



Die Packliste

Auch für den zweiten Teil habe ich meine Packliste bei Lighterpack hinterlegt, diesmal aber in einer aktualisierten Version, die meine mittlerweile weiterentwickelte Ausrüstung widerspiegelt. Schaut mal rein, wenn euch interessiert, was ich in welchen Bereichen gestrichen oder ergänzt habe.

Link: Packliste Fehmarn-Umrundung Teil 2

Meine vollständige und aktualisierte Packliste für den zweiten Teil der Fehmarn-Umrundung findet ihr hier: Packliste Fehmarn-Umrundung Teil 2 bei Lighterpack



Fazit: Fehmarn-Umrundung endlich vollbracht

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Fehmarn ist eine abwechslungsreiche Insel zum Wandern. Die Nord- und Westküste bieten viele Einkehrmöglichkeiten entlang des Weges und lebendige Eindrücke, aber auch unvermeidlichen Schaf-Slalom durch die Hinterlassenschaften der vierbeinigen Deichpfleger.

Die Südküste ist mit Abstand der schönste Abschnitt, besonders der Pausiano Beach und der Streckenabschnitt rund um Fehmarnsund sind echte Highlights. Wer die Tour plant, sollte im Streckenabschnitt der Südküste ausreichend Wasser dabei haben und nicht auf das Toilettenhäuschen am Strand vertrauen!

Die gesamte Inselumrundung lässt sich mit einer Strecke von etwas mehr als 80 Kilometern gut und entspannt in drei bis vier Tagen bewältigen. Wer es ruhiger angehen will, findet auf der Insel genug Campingplätze und gelegentlich auch Hütten, wie mein kleines Holzheim auf dem Campingplatz Flüggerteich.

Und dann ist da noch das, was diese Tour für mich persönlich bedeutet. Die Familie meines Vaters stammte von dieser Insel. Er ist 2023 verstorben. Diese Umrundung war von Anfang an für ihn gedacht und ich bin froh und stolz, sie jetzt zu Ende gebracht zu haben. Nicht nur wegen der Leistung, sondern weil es sich richtig angefühlt hat. Auf den letzten Metern vor dem "Zieleinlauf" kam ich zu dem Schluß: Er wäre stolz gewesen.


Du hast Fragen zur Tour, zur Strecke oder zu meiner Ausrüstung? Oder willst du mir von deiner eigenen Fehmarn-Erfahrung erzählen? Ich freue mich immer über Nachrichten – schreib mir einfach über mein Kontaktformular. Ich lese jede Nachricht und antworte so schnell ich kann.


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