Ultraleicht packen: So reduzierst du dein Rucksackgewicht

Freitag, 10. April 2026
Serie Outdoor S2 • E13
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Lesedauer: 19 Minuten

Meinen ersten Overnighter bin ich mit 14 Kilogramm auf dem Rücken angegangen. Jeder Anstieg war eine Qual. Heute sind es je nach Jahreszeit 3 bis 4 Kilogramm weniger und der Unterschied ist enorm.

Der größte Hebel war kein teures Upgrade, sondern ein Umdenken. Weniger „Pack your fears", mehr Vertrauen in die eigene Erfahrung.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit durch die wichtigsten Stellschrauben beim Ultraleicht-Packen. Vom cleveren Umgang mit Verbrauchsmaterialien über Schlafsystem, Zelt und Bekleidung bis hin zu Küche, Wassermanagement und Rucksackwahl. Am Ende weißt du, wo bei dir das meiste Gewicht steckt und was du dagegen tun kannst.


Kurze inhaltliche Übersicht


Mein Basisgewicht – also alles ohne Wasser und Verpflegung – liegt heute zwischen 5,6 und 5,9 Kilogramm. Streng genommen nicht ultraleicht, aber sehr nah dran und der Tatsache geschuldet, dass ich an einigen Stellen bewusst Komfort über Gewichtsersparnis gestellt habe. Was das konkret bedeutet und wie du deinen eigenen Weg findest, zeige ich dir in den folgenden Abschnitten.


Bevor du packst: Erst auslegen, dann hinterfragen

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Der wichtigste Schritt beim Ultraleicht-Packen passiert noch bevor auch nur ein einziges Teil in den Rucksack wandert und das ist alles auslegen. Wirklich alles. Auf dem Boden, auf dem Bett, auf dem Esstisch, Hauptsache du hast einen vollständigen Überblick über das, was du mitnehmen möchtest.

Dann kommt der entscheidende Moment, in dem jeder einzelne Gegenstand hinterfragt wird. Brauche ich das wirklich? Nutze ich das auf dieser Tour? Gibt es eine leichtere Alternative? Dieser Prozess ist unangenehm, weil er Gewissheiten angreift. Aber er ist der effektivste Weg, um unbewusstes Gewicht zu identifizieren. Ein physischer Reiseführer oder Karten etwa lassen sich durch Offline-Karten in Komoot oder Google Maps ersetzen. Ein Kindle wiegt einen Bruchteil von dem, was selbst ein einzelnes Taschenbuch auf die Waage bringt.

Tipp: Lighterpack als dein digitales Packbuch

Mit dem kostenlosen Tool Lighterpack kannst du deine gesamte Ausrüstung mit Gewichten erfassen, kategorisieren und visualisieren. So siehst du auf einen Blick, wo die größten Gewichtsblöcke liegen und wo du am effektivsten ansetzen kannst. Meine aktuelle Packliste findest du hier auf Lighterpack.

Das Aussortieren ist kein einmaliger Akt, sondern ein Lernprozess. Nach jeder Tour wirst du besser darin, weil du weißt, was du tatsächlich benutzt hast und was die ganze Tour unberührt im Rucksack geblieben ist. Dazu aber später mehr.


Das Notwendige neu verpacken

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Verbrauchsmaterialien sind ein unterschätzter Gewichtsfresser. Nicht weil die einzelnen Gegenstände so schwer wären, sondern weil wir sie in der Originalgröße mitnehmen und das obwohl wir für drei Tage auf dem Trail keine 200-Milliliter-Sonnencreme brauchen.

Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach. Nur die Menge mitnehmen, die tatsächlich gebraucht wird und das in möglichst kleinen, leichten Behältern. Sonnencreme, Mückenschutz, Sportsalbe und flüssige Seife lassen sich problemlos in kleine, quetschbare Reisebehälter umfüllen. Zahnpasta gibt es in praktischen Mini-Tuben oder als Zahnputztabletten, die noch leichter und kompakter sind. Salz, Pfeffer und Gewürze wandern in winzige Streuer. Brennspiritus in ein kleines, passendes Fläschchen.

Beim Toilettenpapier lohnt es sich, ehrlich zu kalkulieren. Wie viele Tage, wie viel brauche ich realistischerweise? Nur die berechnete Menge einpacken, nicht die halbe Rolle „für alle Fälle".

Besonders empfehlenswert ist der Wechsel vom normalen Handtuch zum Mikrofaser-Handtuch. Es trocknet schneller, ist deutlich kleiner und bringt nur einen Bruchteil des Gewichts eines herkömmlichen Handtuchs auf die Waage.

Auch beim Erste-Hilfe-Set lässt sich konsequent reduzieren. Ein Standard-Erste-Hilfe-Päckchen aus dem Handel enthält vieles, was auf dem Trail schlicht nicht gebraucht wird. Ein selbst zusammengestelltes Minimalset mit Pflastern, Blasenpflastern, Wundauflagen, einem guten Tape und Schmerzmitteln reicht in den meisten Fällen vollkommen aus.

Und schließlich sollten Mahlzeiten und Snacks vorportioniert werden. Statt die originalen Verpackungen mitzuschleppen, lohnt es sich, alles bereits zu Hause als fertige Tages- oder Mahlzeitenportionen abzupacken. Das spart Verpackungsgewicht und hält den Rucksack organisiert.


Cleveres Schlafsystem: Quilt, Daune und Co.

Das Schlafsystem – also Schlafsack oder Quilt plus Isomatte – gehört neben einem Zelt zu den größten Gewichtsblöcken im Rucksack. Entsprechend groß ist auch das Einsparpotenzial, wenn man hier kluge Entscheidungen trifft.


Quilt statt Schlafsack

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Die radikalste und gleichzeitig effektivste Entscheidung beim Schlafsystem ist der Wechsel von einem klassischen Schlafsack zu einem Quilt. Ein Quilt ist im Wesentlichen eine Decke mit Fußbox – ohne die Unterseite, die im Schlafsack durch das Körpergewicht ohnehin komprimiert wird und damit ihre Dämmwirkung verliert. Das macht ihn leichter, kompakter und im Sommer angenehm temperierbar.

Ich bin seit meinem Umstieg auf einen Quilt von diesem überzeugt und habe meine Entscheidung für das Zenbivy Light Bed ausführlich in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Wichtig beim Quilt ist es, den Temperaturbereich ehrlich auf die geplante Tour abzustimmen. Ein Schlafsack-Liner, der eigentlich als Sicherheitsnetz gedacht ist, ist in den meisten Fällen unnötiges Zusatzgewicht, sofern man sorgfältig plant.

Bei der Füllung gilt meine klare Empfehlung zugunsten von Daune. Daune schlägt Kunstfaser in Sachen Gewicht, Wärme und Packmaß. Ein kleineres Packmaß ist dabei ein doppelter Vorteil, denn wer weniger Volumen im Rucksack benötigt, kann auch einen kleineren und damit leichteren Rucksack wählen.

Information: Daune vs. Kunstfaser

Daune ist bei trockenem Wetter die klar überlegene Wahl – leichter, kompakter, langlebiger. Kunstfaser hat ihren Vorteil vor allem bei Nässe, da sie auch feucht noch dämmt. Wer sein Schlafsystem konsequent trocken hält, zum Beispiel in einem wasserdichten Packsack, fährt mit Daune meiner Meinung nach fast immer besser.


Die Isomatte: Größe und R-Value

Auch bei der Isomatte gibt es zwei Stellschrauben, an denen sich drehen lässt. Das sind Größe und R-Value. Der R-Value beschreibt den Wärmedurchgangswiderstand. Je höher er ist, desto wärmer, aber auch desto schwerer wird die Matte. Für Sommertouren reicht oft ein niedriger R-Value vollkommen aus, was sich direkt auf das Gewicht auswirkt.

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Und die Größe? Viele Menschen nehmen standardmäßig eine Isomatte mit, die deutlich länger ist als sie selbst. Eine angepasste Länge oder sogar eine 3/4-Matte kombiniert mit einem leichten Rucksack unter den Beinen kann hier noch einmal spürbar Gewicht sparen. Ich habe mich hier aus Komfortgründen für die größte Variante entschieden und somit bewusst ein paar hundert Gramm extra in Kauf genommen. Nur bzgl. der R-Werte habe ich auf zwei unterschiedliche Isomatten unterschiedlicher Hersteller gesetzt und nutze abhängig von den vorhergesagten Temperaturen die eine oder die andere Matte.


Zeltwahl: Vom Zelt zum Tarp

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Das Zelt ist für viele der größte einzelne Gewichtsblock im Rucksack. Und gleichzeitig eines der Dinge, an die man sich am schwersten rantraut, weil es das Gefühl von Sicherheit und Komfort verkörpert. Ich verstehe das. Aber auch hier gilt, dass mehr Erfahrung die Entscheidung für ein leichteres System leichter macht.

Der erste Schritt könnte der Wechsel von einem (semi-)freistehenden Zelt zu einem Trekkingstockzelt sein. Trekkingstockzelte verwenden die Wanderstöcke als Konstruktionselemente und sparen damit das Gewicht der ansonsten mitzuführenden Stangen. Sie sind für die meisten Bedingungen vollkommen ausreichend, vorausgesetzt, man kann das Zelt vom Boden her vernünftig abspannen.

Hinweis: Trekkingstockzelt setzt Abspannmöglichkeiten voraus

Trekkingstockzelte brauchen festen Untergrund zum Heringssetzen. Auf Fels, hartem Permafrost oder sehr flachem Gelände ohne Abspannmöglichkeiten kann das zur Herausforderung werden. Prüfe im Vorfeld, welche Bodenverhältnisse auf deiner Tour zu erwarten sind.

Die konsequenteste Gewichtslösung ist das Tarp. Ein Tarp ist im Wesentlichen eine abgespannte Plane, die mit Wanderstöcken oder Leinen, sowie Heringen aufgebaut wird und maximalen Schutz bei minimalem Gewicht bietet. Es setzt aber Erfahrung voraus, sowohl im Aufbau als auch in der Geländewahl. Wer noch keine Tarp-Erfahrung hat, sollte sich das zunächst an einfachen, wettergeschützten Standorten erarbeiten.

Für kurze Touren ohne Niederschlagsrisiko ist auch Cowboy-Camping oder ein Biwaksack eine minimalistische Alternative. Der Biwaksack schützt vor Wind und leichter Feuchtigkeit, ist aber kein vollwertiger Regenschutz. Als Ergänzung zum Quilt oder als Notfalllösung aber durchaus einen Blick wert. Auch weil die Nutzung eines Biwaksacks häufig nicht als Zelten bewertet wird und das Draußenschlafen so legal macht.


Bekleidung: Weniger ist mehr

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Bekleidung war für mich anfangs der größte blinde Fleck. Ich habe gepackt wie jemand, der auf alle Eventualitäten vorbereitet sein wollte. Das wird in der Weitwandererszene auch als pack your fears, also pack deine Ängste bezeichnet.

Mehrere T-Shirts, mehrere Mid Layer, Unterhosen für jeden Tag. Das Ergebnis war ein Rucksack voller Redundanz und das Gefühl, trotzdem nie das Richtige dabei zu haben.

Heute nehme ich wesentlich weniger Bekleidung mit, aber qualitativ deutlich bessere und gezielt multifunktional einsetzbare Stücke. Das macht einen enormen Unterschied, nicht nur beim Gewicht, sondern auch im Tragekomfort.

Und ja, Kleidung wegzulassen fällt einem mit zunehmender Erfahrung natürlich leichter. Deshalb langsam an Extremsituation wie vor allem Kälte herantasten und nach und nach Kleidungsstücke zuhause lassen.


Baumwolle konsequent vermeiden

Wenn es eine einzige Regel beim Ultraleicht-Packen gibt, die über Komfort und Sicherheit entscheidet, dann diese. Keine Baumwolle. Baumwolle ist schwer, saugt Schweiß auf und trocknet extrem langsam. Auf dem Trail bedeutet das ein feuchtes, kaltes Kleidungsstück, das den Körper auskühlt und zusätzlich Gewicht bringt.

Die Alternativen sind Merino-Wolle oder synthetische Funktionsmaterialien. Merino reguliert Temperatur, trocknet schnell und ist erstaunlich geruchsneutral, weshalb man es problemlos mehrere Tage am Stück tragen kann. Genau das macht es so wertvoll für das Ultraleicht-Packen.


Multifunktionale Kleidung

Das Zauberwort beim Gewichtsparen bei der Bekleidung lautet Multifunktionalität. Eine Regenjacke, die auch als Windjacke taugt, ersetzt zwei Jacken durch eine. Ein Buff kann als Handtuch und Mütze dienen.

Und dann ist da noch die Wettervorbereitung. Warum eine schwere Hardshell und eine dicke Isolationsschicht mitschleppen, wenn der Wetterbericht für die nächsten drei Tage sonnige 25°C und nächtliche Tiefsttemperaturen von mindestens 15°C vorhersagt? Der konsequente Blick in die Wetterapp vor jeder Tour ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen gegen unnötiges Rucksackgewicht und kostet nichts außer ein paar Minuten Zeit.

Zitat von Ryans Gear Reviews

The best ultralight gear is the gear you leave at home.

Die Grundregel bei der Bekleidung lautet, essentielle Stücke nur einmal einzupacken. Dazu eine zweite Unterhose und ein zweites Paar Socken. Das reicht für Mehrtagestouren völlig aus, sofern man regelmäßig wäscht, was bei Merino ohnehin seltener nötig ist.


Wassermanagement auf dem Trail

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Wasser ist lebensnotwendig und gleichzeitig einer der schwersten Stoffe im Rucksack. Ein Liter Wasser wiegt je nach Temperatur in etwa ein Kilogramm. Wer unnötig viel davon trägt, zahlt direkt am Körper dafür.

Mein Ansatz sieht so aus, dass ich mit einer 1,5-Liter-Flasche und einer 0,5-Liter-Flasche starte. Zwei Liter insgesamt, das ist für die meisten Etappen vollkommen ausreichend, solange man weiß, wo man unterwegs nachfüllen kann.

Und genau das ist der Schlüssel, nämlich Wasserquellen vor der Tour zu recherchieren. Bäche, Quellen, öffentliche Brunnen und da sind Friedhöfe mein persönlicher Geheimtipp. Dort gibt es fast immer Trinkwasser zum Blumengießen, das problemlos zum Auffüllen genutzt werden kann.

Zur Aufbereitung nutze ich im Normalfall einen Wasserfilter. Er ist zuverlässig, schnell und funktioniert an nahezu jeder natürlichen Wasserquelle. Aufbereitungstabletten habe ich aber immer als Backup dabei, für den Fall, dass der Filter ausfällt oder ich bei einer Quelle auf Nummer sicher gehen möchte. Das Gewicht der Tabletten ist mit 1g pro 10 Tabletten fassendem Blister vernachlässigbar, der Sicherheitsgewinn ist es nicht.

Tipp: Wasserquellen vorab in Komoot einplanen

In Komoot lassen sich Wasserquellen auf der Route oft in den Höhenprofilen und Beschreibungen anderer Nutzer finden. Ergänzend hilft Google Maps mit heruntergeladenen Offline-Karten, um auch ohne Mobilfunknetz Orientierung zu behalten. Ich nutze beide Tools auf jeder Tour.


Schuhe: Trailrunner statt Wanderstiefel

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Kaum eine Entscheidung verändert das Laufgefühl auf dem Trail so deutlich wie die Wahl der Schuhe. Klassische Wanderstiefel sind robust, knöchelstabilisierend und vor allem sehr schwer. Ein Trailrunner bringt oft nur halb so viel auf die Waage.

Das klingt zunächst nach einem Kompromiss bei der Sicherheit, ist es aber nicht zwingend. Ein gut sitzender Trailrunner mit griffiger Sohle bietet auf den meisten Terrains ausreichend Halt und Schutz.

Der Unterschied liegt in der Stärke des Knöchelschutzes und der lässt sich mit dem richtigen Training und etwas Erfahrung gut kompensieren. Dazu kommt, dass leichtere Schuhe die Beine weniger ermüden, was auf langen Etappen einen echten Unterschied macht.

Link: Meine Trailrunner im Detail

Welche Trailrunner ich selbst trage und warum ich mich für sie entschieden habe, erkläre ich ausführlich in meinem Beitrag über meine Topo Athletic Traverse.


Die Küche reduzieren

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Die Trailküche ist ein weiterer Bereich, in dem sich mit ein paar klaren Entscheidungen ordentlich Gewicht einsparen lässt und das ohne grundsätzlich auf warmes Essen verzichten zu müssen.

Der einfachste Trick ist es, den Topf als Teller und Becher zu verwenden. Ein separater Teller ist auf dem Trail schlicht überflüssig. Wer direkt aus dem Topf isst oder trinkt, spart Gewicht und hat weniger abzuwaschen. Beim Material gilt Titan oder Aluminium statt Edelstahl. Edelstahl ist robust, aber schwer. Titan ist das leichteste, Aluminium ein guter Kompromiss aus Gewicht und Preis.

Beim Kocher gibt es zwei Strategien. Entweder ein einfacher, reduzierter Gaskocher oder ein Spirituskocher. Gaskocher sind komfortabler, Spirituskocher sind leichter, günstiger im Betrieb und einfacher zu befüllen, da Brennspiritus fast überall erhältlich ist. Wer einen feature-geladenen Gaskocher mit Zündautomatik und wärmeleitenden Lamellen gegen ein simples, leichtes Modell tauscht, spart ebenfalls spürbar.

Das größte Einsparpotenzial beim Thema Nahrung liegt jedoch woanders. Gefriergetrocknete oder dehydrierte Mahlzeiten schlagen frische Lebensmittel beim Gewicht klar. Frische Lebensmittel enthalten Wasser und das trägt man buchstäblich mit. Gefriergetrocknete Gerichte sind leicht, nahrhaft und auf dem Trail einfach zuzubereiten. Wasser aufkochen, reingießen, warten, essen.


Kaloriendichte: Viel Energie, wenig Gewicht

Wer auf dem Trail viel leistet, braucht viel Energie. Aber nicht jede Kalorie ist gleich schwer. Das Konzept der Kaloriendichte – also Kalorien pro 100 Gramm – ist ein echter Gamechanger beim Ultraleicht-Packen.

Nüsse, Nussbutter, Schokolade, Olivenöl oder Hartkäse liefern auf wenig Gewicht enorm viel Energie. Wer die Kaloriendichte seiner Verpflegung konsequent optimiert, kann bei gleicher Energiezufuhr mehrere hundert Gramm einsparen. Auf einer Mehrtagestour summiert sich das schnell zu einem Kilogramm oder mehr.

Ein einfacher Vergleich lohnt sich also immer. Alles unter 300 Kilokalorien pro 100 Gramm ist auf dem Trail eher suboptimal. Alles über 500 ist Gold wert.


Den richtigen Rucksack wählen

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Ein klassischer Wanderrucksack ist für Ultraleicht-Touren oft ein Problem und das nicht nur wegen seines Eigengewichts, sondern auch wegen seiner Konstruktion. Robuste Trägersysteme, schwere Hüftgurte und viele Außentaschen machen ihn schwer, bevor auch nur ein einziges Ausrüstungsstück drin ist.

Ultraleichte Rucksäcke sind anders konstruiert, mit minimalistischen Trägersystemen, leichten Materialien und weniger Taschen. Das setzt voraus, dass das Gesamtgewicht des beladenen Rucksacks niedrig genug ist, um auf einen schweren Rahmen verzichten zu können. Mit einem gut reduzierten Basisgewicht ist das gut umsetzbar.

Wichtig ist außerdem, dass der Rucksack zum Volumen passt, das man tatsächlich benötigt. Wer ein kompaktes Schlafsystem mit kleinem Packmaß wählt, kommt oft mit einem deutlich kleineren Rucksack aus, was wiederum das Eigengewicht reduziert. Alles hängt zusammen.

Ein weiterer Nebeneffekt eines kleineren Rucksacks ist, dass man automatisch dazu gezwungen wird, weniger einzupacken. Wer keinen Platz hat, nimmt weniger mit. Manchmal ist das die beste Disziplinierungsmaßnahme.


Moderne Technologie nutzen

Technologie entwickelt sich weiter und wer das für seine Ausrüstung nutzt, profitiert oft doppelt durch bessere Leistung und geringeres Gewicht.

Aktuelle Powerbanks liefern deutlich mehr Kapazität bei weniger Gewicht als noch vor ein paar Jahren. Eine moderne Stirnlampe mit aufladbarem Akku spart das Gewicht von Ersatzbatterien und schützt die Umwelt. Es gilt also generell die Regel, dass aufladbare Geräte fast immer die bessere Wahl gegenüber solchen mit nicht wiederaufladbaren Batterien sind.

Beim Thema Navigation gilt, dass Offline-Karten auf dem Smartphone physische Karten und Reiseführer vollständig ersetzen. Komoot und Google Maps bieten beide zuverlässige Offline-Funktionen. Komoot für die Routenplanung und das Tracking, Google Maps als Backup für Infrastruktur und Orientierung abseits des Trails.


Nach jeder Tour: Der ehrliche Ausrüstungscheck

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Der effektivste Lernmoment beim Ultraleicht-Packen kommt nicht vor der Tour, sondern danach. Wenn du wieder zu Hause bist, lohnt es sich, den Rucksack auszupacken und ehrlich zu notieren, was du nicht benutzt hast.

Genau dafür eignet sich Lighterpack hervorragend. Du kannst jeden Gegenstand markieren, ob er benutzt wurde oder nicht. Ich mache das bspw. mit einem roten Stern.

Was Tour für Tour unbenutzt bleibt, braucht beim nächsten Mal wahrscheinlich nicht mit. So verfeinert sich deine Packliste mit jeder Tour weiter und das nicht durch Theorie, sondern durch eigene Erfahrung.

Link: Mein erster Overnighter

Wie meine allererste Übernachtungstour aussah – mit allem, was dazugehört – habe ich in einem eigenen Beitrag festgehalten. Ein ehrlicher Rückblick auf Ausrüstung, Fehler und erste Erkenntnisse.


Fazit: Weniger tragen, mehr erleben

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Ultraleicht packen ist kein Selbstzweck. Es ist ein Mittel zu einem Ziel, nämlich leichter, freier und genussvoller unterwegs zu sein. Kein schmerzender Rücken nach dem ersten Anstieg. Nur der Trail, die Natur und ein Rucksack, der sich anfühlt wie ein Begleiter statt wie eine Last.

Ich bin von 14 Kilogramm für einen Overnighter auf 10 bis 11 Kilogramm für eine Mehrtagestour gekommen. Nicht durch ein einziges teures Upgrade, sondern durch viele kleine, durchdachte Entscheidungen, durch das Weglassen von Redundanz, durch bessere, multifunktionale Bekleidung, durch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und vor allem durch gemachte Erfahrung.

Es heißt also, Verbrauchsmaterialien in Reisegrößen umzufüllen und vorzuportionieren. Ein leichtes Schlafsystem mit Quilt und angepasster Isomatte wählen. Das Zelt überdenken. Baumwolle konsequent ersetzen. Wasser intelligent managen statt maximal viel mitzunehmen. Die Küche auf das Wesentliche reduzieren. Und nach jeder Tour ehrlich reflektieren, was tatsächlich gebraucht wurde.

Es ist ein Prozess aber ein lohnender. Jede Tour macht dich besser darin.


Du willst tiefer einsteigen, hast Fragen zu deiner persönlichen Ausrüstung oder möchtest wissen, wie ich ein konkretes Setup-Problem angehen würde? Schreib mir gerne über das Kontaktformular. Ich freue mich über jede Nachricht aus der Community.


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