Bodyboard Ausrüstung: Was Anfänger wirklich brauchen
Dienstag, 14. Juli 2026
Vor über 30 Jahren stand ich das erste Mal mit einem geliehenen Bodyboard in den bis zu 3 Meter hohen Wellen des Atlantiks bei Biarritz. Drei Kumpels, keine Ahnung vom Bodyboarden, dafür jede Menge Adrenalin. Wir haben uns einfach Boards geschnappt und stürzten uns in die Fluten.
Nicht ganz ungefährlich aber wir zogen es einen ganzen Tag durch und machten dabei durchaus Fortschritte. In jedem Falle war ich nach diesem Tag vom Bodyboarden angefixt. Nur wo bietet sich mir als Norddeutscher die Möglichkeit, das mögliche Hobby zu vertiefen? Es wurde still um das Thema und das Leben kam dazwischen.
In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Ausrüstung du als Einsteiger wirklich brauchst und was das Ganze ungefähr kostet. Alles aus meiner eigenen Erfahrung – ohne Schnickschnack, ohne Profi-Getue.
Kurze inhaltliche Übersicht
Das Leben kam dazwischen, bis meine Tochter im Grundschulalter bei einem Sommerurlaub an der dänischen Nordsee ihre kleine Schwimmhilfe in die Wellen hielt und vor Begeisterung kaum noch aus dem Wasser zu bekommen war.
Beim nächsten Dänemark-Urlaub hatte sie ein richtiges Bodyboard in ihrer Größe, ich eines in meiner und plötzlich war das gemeinsame Wellenreiten unser neues Ding. Seitdem haben wir immer mal wieder zusammen Wellen an Dänemarks Küste gejagt und ich merkte deutlich, einmal infiziert, immer infiziert.
Warum Bodyboarden der perfekte Einstieg ist
Wenn du schon immer mal Wellenreiten wolltest, aber der Respekt vor dem Surfbrett zu groß war, ist Bodyboarden dein Einstieg. Du liegst bäuchlings auf dem Board, hältst dich an den oberen Ecken fest und lässt dich von der Welle in Richtung Ufer tragen. Im Gegensatz zum normalen Surfbrett ist der Schwerpunkt niedrig, die Stabilität dadurch hoch und die Erfolgserlebnisse kommen verdammt schnell.Ich habe damals in Biarritz keine Stunde gebraucht, bis ich die erste Welle erwischt habe. Klar, das war kein eleganter Ritt und ich war die Male zuvor oft im Vollwaschgang gelandet, aber das Grinsen musste man mir nach dieser ersten gerittenen Welle quasi aus dem Gesicht schneiden.
Und genau das ist der Punkt beim Bodyboarden, es macht vom ersten Moment an Spaß, egal ob du acht oder achtundvierzig bist. Meine Tochter ist der beste Beweis dafür. Sie hat sich im Grundschulalter einfach aufs Board gelegt und losgelegt.
Das richtige Bodyboard kaufen
Beim Board gilt es, die Finger von den bunten 10-Euro-Styropor-Brettern aus dem Strandkiosk zu lassen! Die gehen nicht nur schnell kaputt, sondern sind auch ein echtes Umweltproblem, weil sich das Polystyrol im Meer verteilt. Investier lieber ein paar Euro mehr in ein vernünftiges Board mit einem soliden Kern.
Hinweis: Billige Styropor-Bodyboards vermeiden
Die günstigen Einweg-Bodyboards aus Polystyrol, die es an vielen Strandkiosken gibt, brechen schnell und setzen dabei Mikroplastik frei. Seevögel und Fische verwechseln die kleinen Kügelchen mit Nahrung. Tu dir und dem Meer einen Gefallen und greif zu einem Board mit PE- oder PP-Kern – das hält Jahre und macht deutlich mehr Spaß.
Die günstigen Einweg-Bodyboards aus Polystyrol, die es an vielen Strandkiosken gibt, brechen schnell und setzen dabei Mikroplastik frei. Seevögel und Fische verwechseln die kleinen Kügelchen mit Nahrung. Tu dir und dem Meer einen Gefallen und greif zu einem Board mit PE- oder PP-Kern – das hält Jahre und macht deutlich mehr Spaß.
Board für Erwachsene
Ich fahre ein Olaian 500 von Decathlon. Das Board hat einen EPO-Kern und ist damit leicht, robust und auch in kühlerem Nordseewasser gut einsetzbar. Für den Einstieg reicht das völlig aus und liefert gleichzeitig genug Performance, um Fortschritte zu machen. Bei der Größe gilt als Faustregel, dass das Board ungefähr vom Boden bis zu deinem Bauchnabel reichen sollte. Im Internet findest du dazu verschiedene Größenrechner, aber als Anfänger darfst du ruhig eine Nummer größer nehmen, denn mehr Auftrieb bedeutet auch mehr Spaß.Mein Board im Detail
Board für Kinder
Meine Tochter ist mit dem Radbug 100 von Decathlon gestartet. Das ist ein Einsteigerboard mit EPS-Kern, das für Kinder absolut ausreicht. Es ist leicht, verzeiht Fehler und hält einiges aus. Auch hier gilt es, die Boardgröße an die Körpergröße anzupassen. Ein zu großes Board ist für Kids schwer zu handhaben, ein zu kleines bietet zu wenig Auftrieb.
Tipp: Boardgröße richtig bestimmen
Stell das Board vor dich auf den Boden. Es sollte ungefähr bis zu deinem Bauchnabel reichen. Alternativ miss den Abstand von deinen Knien bis zum Kinn – das ist der genauere Wert. Anfänger addieren ruhig noch 5-8 cm dazu. Einen ausführlichen Beitrag zur richtigen Boardgröße plane ich bereits als Folgebeitrag.
Stell das Board vor dich auf den Boden. Es sollte ungefähr bis zu deinem Bauchnabel reichen. Alternativ miss den Abstand von deinen Knien bis zum Kinn – das ist der genauere Wert. Anfänger addieren ruhig noch 5-8 cm dazu. Einen ausführlichen Beitrag zur richtigen Boardgröße plane ich bereits als Folgebeitrag.
Zubehör: Leash, Flossen, Booties & Boardbag
Die Leash ist Pflicht. Das ist die Leine, die dein Board mit deinem Arm verbindet. Ohne Leash ist dein Board nach dem ersten Sturz weg und du schwimmst hinterher. Ich nutze für mich und meine Tochter jeweils eine Olaian Leash von Decathlon, die am Oberarm befestigt wird.
Flossen sind ebenfalls unverzichtbar. Mit ihnen paddelst du dich schneller in die Welle und hast deutlich mehr Vortrieb. Gerade an der Nordsee, wo die Wellen nicht immer riesig sind, machen Flossen den entscheidenden Unterschied. Ich nutze einfache Gummiflossen von Decathlon zusammen mit einer Flossen-Leash, damit auch die Flossen nicht verloren gehen.
Booties – also Neoprenschuhe – empfehle ich dir wirklich von Herzen. Die Flossen scheuern ohne Booties ganz ordentlich und nach einer Stunde im Wasser hast du sonst garantiert Blasen an den Füßen. Mit Booties ist das kein Thema mehr.
Für den Transport nutze ich ein Radbug 500 Boardbag, in das beide Boards, die Leashes und die Flossen reinpassen. Gerade wenn du mit dem Auto zum Strand fährst, schützt die Tasche die Boards vor Kratzern und UV-Strahlung.
Information: Wachs – braucht man das?
Viele fortgeschrittene Bodyboarder nutzen Wachs auf der Oberseite des Boards für besseren Halt. Ich persönlich habe es bisher noch nicht ausprobiert, weil das Deck meines Boards genug Grip bietet. Wenn du merkst, dass du auf dem Board rutschst, kann Wachs aber eine sinnvolle Ergänzung sein.
Viele fortgeschrittene Bodyboarder nutzen Wachs auf der Oberseite des Boards für besseren Halt. Ich persönlich habe es bisher noch nicht ausprobiert, weil das Deck meines Boards genug Grip bietet. Wenn du merkst, dass du auf dem Board rutschst, kann Wachs aber eine sinnvolle Ergänzung sein.
Meine Ausrüstung im Detail
Neoprenanzug: Welche Stärke brauchst du?
An der dänischen Nordsee im Spätsommer? Da reicht ein 2/2mm Neoprenanzug. Zumindest mir. Der schützt mich für gut eine Stunde vor dem Auskühlen, ohne dass ich mich wie in einen Ganzkörperkompressionsstrumpf quetschen muss. Haube und Handschuhe braucht man im Sommer nicht, das wäre für die Wassertemperaturen zwischen Juni und September auch übertrieben.Wenn du allerdings im Frühjahr oder Herbst ins Wasser willst, solltest du über einen dickeren Neo nachdenken. Ein 3/2mm oder sogar 4/3mm wäre dann die bessere Wahl. Bei einer Lieblingsmarke kann ich dir nicht weiterhelfen. Ich bin da pragmatisch und schaue vor allem auf Passform und Preis.
Mein Neoprenanzug im Detail
Was kostet der Einstieg ins Bodyboarden?
Bodyboarden ist im Vergleich zu vielen anderen Wassersportarten richtig günstig. Du musst kein Vermögen investieren, um loszulegen.Für ein solides Einsteiger-Bodyboard bist du ab ca. 50 Euro dabei. Boards mit besserem Kern, wie mein Olaian 500, liegen bei rund 100 Euro. Dazu kommen Leash, Flossen und Booties. Rechne dafür mit nochmal 60 bis 80 Euro. Einen Neoprenanzug bekommst du ab ca. 80 Euro für ein dünnes Sommermodell, dickere Anzüge kosten entsprechend mehr.
Insgesamt kannst du mit einer Grundausstattung von etwa 200 Euro komplett ausgerüstet ins Wasser gehen. Und das Equipment hält bei guter Pflege mehrere Jahre. Verglichen mit Surfen, Kitesurfen oder Windsurfen ist das ein echtes Schnäppchen.
Link: Bodyboard-Ausrüstung bei Decathlon
Eine gute Anlaufstelle für Einsteiger-Equipment ist Decathlon. Dort findest du Boards, Flossen, Leashes und Neoprenanzüge zu fairen Preisen. Die Hausmarken Olaian und Radbug haben mich persönlich überzeugt.
Eine gute Anlaufstelle für Einsteiger-Equipment ist Decathlon. Dort findest du Boards, Flossen, Leashes und Neoprenanzüge zu fairen Preisen. Die Hausmarken Olaian und Radbug haben mich persönlich überzeugt.
Fazit: Bodyboarden lohnt sich
Für mich persönlich ist Bodyboarden mittlerweile viel mehr als ein Hobby. Es ist Quality Time mit meiner Tochter, es ist Abschalten vom Alltag, es ist eintauchen in den Kreis der durchgeknallten Surfsszene und es ist jedes Mal wieder dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn dich eine Welle mitnimmt.
Wenn du wissen willst, wie ich Bodyboarden und Arbeit unter einen Hut bringe, schau mal in meinen Beitrag Work and Bodyboard.
Hast du jetzt Lust bekommen, selbst ins Wasser zu springen? Oder hast du Fragen zur Ausrüstung, zur richtigen Boardgröße oder zu Spots an der Nordsee? Dann schreib mir gerne über mein Kontaktformular – ich freue mich über jeden Austausch mit Gleichgesinnten und solchen, die es werden wollen!
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Über mich
Ich bin ein liebevoller Vater, Candourist, Stoiker, Agilist, Product Owner, Hauptmann der Reserve, Diplom-Kaufmann, ausgebilderter Verkehrspilot (ATPL-Credit) und Weitwanderer.
"Casa Buitoni" ist seit meiner Studienzeit mein Spitzname als passionierter Pasta-Konsument und somit Namensgeber meines Blogs.
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