Winterliche Overnighter: Tipps für deine erste Nacht

Freitag, 20. Februar 2026
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Lesedauer: 19 Minuten

Winter-Camping klingt für viele erstmal abschreckend. Kälte, Dunkelheit, die Sorge, nachts zu frieren. Ich kenne diese Gedanken nur zu gut.

Aber ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass ein winterlicher Overnighter zu den intensivsten und schönsten Outdoor-Erlebnissen überhaupt gehören kann. Die Stille in der Natur ist im Winter nochmal eine ganz andere. Kaum noch Vögel, wenig Menschen, nur du und die klare, kalte Luft.

Bei meinem ersten winterlichen Overnighter in Dänemark hatte ich ehrlich gesagt reichlich Respekt. -3°C waren angesagt und ich war mir nicht 100%ig sicher, ob meine Ausrüstung wirklich passt.

Spoiler, sie hat gepasst und seitdem hat mich das Winter-Camping nicht mehr losgelassen. Besonders beeindruckend war der Sternenhimmel, denn bei klarer, kalter Luft erscheinen die Sterne noch imposanter als im Sommer.

In diesem Beitrag teile ich meine erprobten Tipps mit dir, damit auch dein erster winterlicher Overnighter zu einem gelungenen Erlebnis wird. Ich nehme dich mit durch die gesamte Vorbereitung bis zum Aufwachen am nächsten Morgen und zeige dir, worauf es wirklich ankommt.

Kurze inhaltliche Übersicht



Die richtige Vorbereitung: Plane deinen Winter-Overnighter

Ein erfolgreicher winterlicher Overnighter beginnt lange bevor du dein Lager aufschlägst. Die Vorbereitung ist im Winter deutlich wichtiger als im Sommer, denn Fehler verzeiht die Kälte nicht so leicht. Ich plane meine Winter-Touren deshalb immer besonders sorgfältig.

Ausrüstung vorher testen

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Der größte Fehler, den du machen kannst, ist es, mit ungetesteter Ausrüstung in eine Extremsituation zu gehen. Ich habe das Glück gehabt, dass meine Ausrüstung beim ersten Mal bei -3°C direkt gepasst hat. Aber ich hatte mich vorher intensiv damit beschäftigt und die Temperaturbereiche meiner Ausrüstung genau gekannt.

Vor deinem ersten Winter-Overnighter solltest du dir ein paar besonders Werte deiner Ausrüstung besonders anschauen!

Der R-Wert deiner Isomatte ist sehr wichtig. Für Temperaturen um den Gefrierpunkt sollte deine Isomatte laut Empfehlung der Outdoorbranche mindestens einen R-Wert von 4.0 haben. Aus meiner Sicht besser mehr.

Die Isomatte ist oft der limitierende Faktor, nicht der Schlafsack oder Quilt. Ich musste das bei einer herbstlichen Tour am eigenen Leib erfahren, als die Temperatur unerwartet auf 0,5°C fiel statt der prophezeiten 5°C. Mein 3-Jahreszeiten-Setup kam an seine Grenzen und nur mit zusätzlicher Kleidung und einem Biwaksack konnte ich die Nacht einigermaßen warm überstehen.

Hinweis: Unterschätze nicht die Isomatte

Viele Leute investieren viel Geld in einen warmen Schlafsack, sparen aber bei der Isomatte. Das ist ein Fehler! Die Kälte kommt hauptsächlich von unten. Eine zu dünne oder zu wenig isolierte Isomatte macht selbst den besten Schlafsack oder Quilt nutzlos. Prüfe den R-Wert vor deiner Tour.

Auch lohnt sich ein Blick auf die Bauweise der Isomatte. Meine Isomatte von Kilos Gear hat zwischen den Kammern runde Zylinder, die keine Isolation beinhalten. Dort spürte ich bei meiner herbstlichen Shelter-Übernachtung die Kälte nachts kommen. Besser ist eine Bauweise mit dünnen Stoffstreben, wie sie bspw. bei isolierten Luftmatratzen von Nemo, Sea To Summit oder Therm-A-Rest genutzt wird.

Bei Schlafsack oder Quilt solltest du die Komforttemperatur beachten, nicht die Grenztemperatur. Die Grenztemperatur ist der Wert, bei dem du gerade noch nicht erfrierst, aber definitiv nicht gemütlich schläfst. Plane lieber eine Reserve von mindestens 5°C ein.

Wetter und Timing beachten

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Im Winter sind die Tage kurz. Sehr kurz. Ich plane meine Ankunft am Biwakplatz deshalb immer so, dass ich mindestens eine Stunde vor Dunkelheit dort bin. Das gibt mir genug Zeit, in Ruhe mein Lager aufzubauen, ggf. Wasser zu holen, zu kochen und mich einzurichten, bevor es richtig kalt wird. Solltest du im Aufbau deines Lagers noch unerfahren sein, plane lieber mit zwei Stunden bis Eintritt der Dunkelheit.

Checke vorher unbedingt die genaue Wettervorhersage inklusive Windchill-Faktor. Wind macht gefühlte Temperaturen deutlich kälter. Checke auch Sonnenuntergangs- und Sonnenaufgangszeiten. Die lange Dunkelheit bedeutet auch, dass du voraussichtlich mehr Strom aus Powerbanks brauchst, wenn du abends noch lesen oder dein Handy nutzen möchtest. Checke, ob Schneefall angekündigt ist. Dazu aber später mehr im Detail.

Tipp: Starte mit moderaten Bedingungen

Für deinen ersten Winter-Overnighter solltest du dir nicht gleich die kälteste Nacht des Jahres aussuchen. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, trockenes Wetter und wenig Wind sind ideal für den Einstieg. Du kannst dich dann langsam an extremere Bedingungen herantasten.



Unterwegs zum Biwakplatz: Schweißfrei ankommen

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Auf dem Weg zu deinem Übernachtungsplatz gilt im Winter eine goldene Regel. Vermeide Schweiß um jeden Preis. Feuchtigkeit ist im Winter dein größter Feind. Feuchte Kleidung verliert ihre Isolationswirkung und kühlt dich aus.

Ich nutze deshalb das Zwiebelprinzip und ziehe mich so an, dass mir beim Wandern eher etwas kühl ist als zu warm. Das fühlt sich am Anfang ungewohnt an, aber nach wenigen Minuten Bewegung hast du die perfekte Temperatur. Wenn du merkst, dass dir warm wird oder du zu schwitzen beginnst, mach eine kurze Pause und zieh eine Schicht aus.

Außerdem ist noch wichtig, dass du deine Jacke und zusätzliche warme Schichten am besten im Rucksack und nicht am Körper trägst. Die brauchst du später im Camp, wenn du dich weniger bewegst. Wenn sie unterwegs vollgeschwitzt werden, hast du abends ein Problem.


Ankunft am Biwakplatz: Lager aufbauen im Winter

Den richtigen Platz finden

Die Platzwahl ist im Winter nochmal wichtiger als im Sommer. Ich achte auf mehrere Dinge. Schutz vor Wind ist das A und O. Such dir einen Platz, der durch Bäume, einen Hügel oder andere natürliche Barrieren geschützt ist. Wind verstärkt das Kälteempfinden massiv.

Vermeide Senken und Mulden. Kalte Luft sinkt nach unten und genau dort sammelt sie sich. Ich hatte im Herbst einmal das Vergnügen, in einer leichten Mulde zu übernachten. Es war spürbar kälter als auf dem erhöhten Bereich nur wenige Meter weiter. Bei Schnee solltest du darauf achten, dass keine größeren Schneemengen über dir auf Bäumen liegen. Die könnten nachts herunterfallen.

Zelt oder Shelter einrichten

Wenn du im Zelt übernachtest und Schneefall erwartet wird, gibt es einen wichtigen Tipp. Nutze breite Heringe oder improvisiere mit Stöcken. Normale dünne Heringe halten im Schnee nicht gut. Manche Leute nutzen auch Schneeschuhe oder füllen Beutel mit Schnee als Anker.

Hinweis: Zelt bei Schneefall regelmäßig freischaufeln

Wenn es nachts stark schneit, kann sich ordentlich Gewicht auf deinem Zelt ansammeln. Man sollte bei starkem Schneefall deshalb nachts ein- oder zweimal aufstehen und das Zelt von innen anstoßen, um den Schnee abzuschütteln. Das verhindert, dass dein Zelt unter der Last nachgibt. Sollte sehr viel Schnee fallen, reicht das Abschütteln des Schnees nicht, weil dann dieser viele Schnee am. unteren Ende auf deine Zeltwand drückt, diese weiter nach Innen kommt und du so an Platz verlierst.

In Sheltern hast du es etwas einfacher. Dort entfällt der größte Teil des Aufbaus. Aber auch hier solltest du checken, ob der Boden feucht oder vereist ist und eventuell eine zusätzliche Unterlage nutzen. Ich lege bei sehr kalten Temperaturen manchmal meine zurechtgeschnittene Schaumstoffisomatte, die ich als Rückenpolster am Rucksack und Sitzauflage nutze, unter die eigentliche Isomatte für zusätzliche Isolation vom Boden.

Richte dir dein Schlaflager direkt her, wenn du ankommst. Isomatte aufblasen, Schlafsack oder Quilt auslegen und kräftig aufschütteln, damit die Daunen sich entfalten können. Je früher du das machst, desto besser kann dich deine Ausrüstung später vor den Umgebungstemperatur schützen.


Der Abend: Warm und trocken bleiben

Kochen bei Kälte

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Jetzt wird es gemütlich und wichtig. Das Kochen am Abend ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Wärmequelle und Ritual. Ich nutze im Winter bisher ausschließlich ein Gas-Kochsystem, denn Gas performed bei Kälte deutlich besser als Spiritus.

Wichtig dabei, achte auf Wintergas! Das hat eine andere Zusammensetzung und funktioniert auch bei starken Minusgraden zuverlässig. Du kannst die Gas-Kartusche vor der Nutzung auch am Körper in der Kleidung aufwärmen. Denn warmes Gas verbrennt bei si einem Gas-Kocher besser als kaltes.

Ein heißer Tee oder eine warme Suppe wärmen dich von innen. Ich koche mir abends immer mehr Wasser als ich direkt brauche. Den Rest fülle ich in eine meiner Wasserflaschen und nutze sie als Wärmflasche im Schlafsack. Ein echter Game Changer! Du musst aber unbedingt sicherstellen, dass der Deckel wirklich dicht ist.

Tipp: Wasser für den Morgen vorbereiten

Fülle am Abend schon Wasser in deinen Kochtopf für das Frühstück und das Morgengetränk. Wenn es nachts richtig friert, bekommst du gefrorenes Wasser nicht mehr aus deiner Flasche. Im Topf kannst du das Eis am Morgen einfach erhitzen. Ich habe sonst als Sicherheit ja auch noch die Wärmflasche im Schlafsack.

Iss kurz vor dem Schlafengehen noch etwas Kalorienreiches. Dein Körper produziert beim Verdauen Wärme. Nüsse, Schokolade oder eine warme Mahlzeit sind ideal. Ich lege mir manchmal auch ein paar Energieriegel griffbereit in die Nähe meines Schlafsystems, falls ich nachts Hunger bekomme.

Der Kleidungswechsel: Mentale Hürde Nr. 1

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Jetzt kommt der Moment, vor dem sich viele drücken. Das Umziehen von Trekking-Kleidung auf Schlafkleidung. Ich sage es ganz ehrlich, das ist jedes Mal eine kleine Überwindung. Du ziehst deine warme Wanderkleidung aus und schlüpfst in trockene Schlafsachen. Für einen kurzen Moment ist es richtig unangenehm kalt.

Aber genau deshalb ist es so wichtig! Deine Wanderkleidung kann vom Schweiß des Tages noch leicht feucht sein. Wenn du darin schlafen gehst, wirst du nachts frieren. Ich ziehe mich deshalb immer um.

Trockene Baselayer (Merino oder Synthetik), ggf. eine frische Midlayer-Schicht, trockene Socken (das ist Gold wert!), ein Puff am Hals, eine warme Mütze und Handschuhe.

Den Kleidungswechsel machst du am besten schnell und entschlossen. Je länger du zögerst, desto schwerer fällt es.

Warm in den Schlafsack

Bevor du in den Schlafsack kriechst, solltest du dich nochmal kurz aufwärmen, aber ohne ins Schwitzen zu kommen. Ich mache ein paar Kniebeugen, Hampelmänner oder gehe kurz zügig ein paar Schritte. Das bringt den Kreislauf in Schwung und du steigst mit mehr Körperwärme in den Schlafsack.

Wenn du dann im Schlafsack liegst, nimm deine kälteempfindliche Elektronik mit rein. Handy, Powerbank, Kamera, Kopflampe. Alles was bei Minusgraden Akkuleistung verliert, sollte bei dir im Warmen sein. Ich stecke die Sachen meist ans Fußende oder seitlich neben mich. Solltest du einen Wasserfilter dabei haben, gehört auch dieser in einem wasserdichten Beutel in den Schlafsack, damit er nicht kaputt friert.

Die Wärmflasche kommt bei mir ans Fußende oder auf den Bauch. Beides super angenehm. Empfehlenswert ist es, sie kurz vor dem Schlafengehen in den Schlafsack zu stecken, um ihn vorzuwärmen.

Zitat von Ray Jardine (Ultralight-Pionier)

The person who is cold is not wearing enough clothing or is using inadequate insulation.



Die Nacht: So schläfst du warm

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Wenn alles richtig vorbereitet ist, wirst du in deinem Schlafsack überraschend warm schlafen. Bei meinem ersten Winter-Overnighter war ich erstaunt, wie gemütlich es war, obwohl draußen Minusgrade herrschten.

Es gibt aber noch ein paar weitere Dinge, die man beim Campen in kalten Nächten beachten sollte.

Atme nicht in den Schlafsack oder Quilt hinein. Die Feuchtigkeit deines Atems kondensiert und macht den Schlafsack / Quilt nass. Ich nutze das Zenbivy Ultralight Bed, das aus Quilt und separater Kapuze besteht. So bleibt mein Gesicht außerhalb der Isolationsschicht. Wenn dir nachts kalt werden sollte, zieh dir lieber noch eine Schicht an, statt dich zusammenzurollen. Zusammengerollt komprimierst du die Isolationsschicht und sie verliert an Wirkung.

Zur Not kannst du - wie ich - auch einen Biwaksack mitnehmen und nutzen, falls du schon alle zusätzlich angedachte Bekleidung trägst und immer noch frierst. Mit diesem solltest du meiner Erfahrung nach aber in den Schlafsack / Quilt Schlüpfen, da sonst deine warme, feuchte Luft an der Außenseite des Schlafsacks kondensiert und dein Schlafsack / Quilt so nass werden! Alternativ kannst du auch einen Schlafsack- / Quilt-Liner nutzen.

Die Mütze und Handschuhe sind deine Freunde. Über Kopf und Hände verlierst du viel Wärme. Ich schlafe im Winter immer mit Mütze und Handschuhen. Falls du nachts rausmusst (ja, das passiert), hab eine Stirnlampe griffbereit und zieh schnell deine Jacke über. Je schneller du wieder im Warmen bist, desto besser.

Die Nacht im Winter ist lang. Sehr lang. Ich habe bei meinen Touren festgestellt, dass ich im Winter oft 10-12 Stunden im Schlafsack verbringe, einfach weil es so früh dunkel und so spät hell wird. Das ist völlig normal und okay. Ich nehme mir deshalb immer ein paar Podcasts auf dem Smartphone mit, die ich dann Offline hören kann.


Der Morgen danach: Aufstehen bei Minusgraden

Der Morgen ist die zweite große mentale Hürde. In deinem Schlafsack ist es warm und gemütlich. Draußen ist es eiskalt und du musst aufstehen, dich anziehen und dein gefrorenes Lager abbauen. Du kannst dir denken, dass das hart ist.

Meine Strategie dafür ist, dass ich bereits am Abend alles vorbereite. Meine Wanderkleidung liegt griffbereit, der Kocher steht bereit (mit Wasser im Topf, wie oben erwähnt) und ich weiß genau, womit ich morgens beginne. Dann zähle ich innerlich bis drei und stehe auf. Ohne nachzudenken.

Tipp: Schuhe und Jacke griffbereit

Ich lege mir meine Jacke abends immer so hin, dass ich morgens direkt reinschlüpfen kann, noch bevor ich aus dem Schlafsack steige. Die Schuhe stehen direkt daneben. So minimierst du die Zeit, in der dir richtig kalt ist. Manche nehmen auch die Jacke und die Einlegesohlen der Schuhe nach dem Aufwachen mit in den Schlafsack, damit die Jacke schon angenehm warm ist und ich nicht in eiskalte Schuhe steigen muss.

Meine erste Aktion am Morgen ist dann Kocher an und Wasser aufsetzen. Während das Wasser heiß wird, ziehe ich mich an. Die Kleidung ist kalt, aber nach wenigen Minuten Bewegung wird einem wieder warm. Ein heißer Kaffee oder Tee ist dann pure Belohnung.

Beim Abbau deines Lagers im Winter solltest du bedenken, dass manche Sachen gefroren sein können. Zeltheringe lassen sich schwerer rausziehen, Reißverschlüsse können vereist sein. Nimm dir Zeit und geh behutsam vor, um nichts zu beschädigen. Ich packe gefrorene Sachen meistens erstmal so ein und lasse sie später im Warmen auftauen, statt vor Ort zu kämpfen.


Die mentale Seite: Komfortzone verlassen

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Lass uns ehrlich miteinander sein. Ein winterlicher Overnighter ist nicht nur eine Frage der richtigen Ausrüstung. Es ist auch eine mentale Herausforderung. Du verlässt bewusst dein warmes Zuhause, um draußen bei Minusgraden zu schlafen. Das ist nicht für jeden sofort logisch nachvollziehbar.

Ich erinnere mich noch an meine erste Winternacht. Ich lag im Schlafsack, hörte den Wind draußen und fragte mich kurz Warum tue ich mir das an? Aber dann wurde es still. Richtig still. Diese winterliche Stille in der Natur ist etwas ganz Besonderes. Kaum noch Vögel, wenig Menschen, nur du und die Elemente.

Und dann, wenn die Wolken aufreißen und du den Sternenhimmel siehst. Bei dieser klaren, kalten Luft erscheinen die Sterne noch imposanter als im Sommer. Das sind die Momente, für die du rausgegangen bist.

Information: Langsam herantasten ist okay

Du musst nicht sofort bei -15°C starten. Ich habe (unfreiwillig) mit Temperaturen um den Gefrierpunkt begonnen und mich dann langsam an kältere Bedingungen herangetastet. Jede Tour gibt dir mehr Sicherheit und Erfahrung. Es ist völlig in Ordnung, klein anzufangen und deine Komfortzone schrittweise zu erweitern.

Die mentale Vorbereitung gehört genauso zur Planung wie die Ausrüstung. Mach dir bewusst, dass Unbehagen dazugehören kann. Das Umziehen wird unangenehm sein. Der Morgen wird hart sein. Aber all das ist temporär und Teil des Erlebnisses. Wenn du das weißt und akzeptierst, fällt es deutlich leichter.

Was mir persönlich hilft ist, dass ich mich auf die schönen Momente fokussiere. Das Gefühl, wenn das heiße Wasser im Kocher brodelt oder ich den warmen Pott in der Hand halte. Der erste Schluck warmer Tee. Der unglaubliche Sternenhimmel. Das Gefühl am nächsten Morgen, wenn du es geschafft hast und mit einem Lächeln im Gesicht zum warmen Auto läufst und nach Hause fährst. Diese Momente überwiegen alles Unangenehme.

Evtl. Hast du dich bei der Wahl deines ersten Overnighters auch übernommen oder deine Ausrüstung reicht nicht. Dann ist es mental unheimlich wichtig, dir eine gute Exit-Strategie zurechtzulegen. Wähle einen Übernachtungsplatz, von dem aus du notfalls noch in eine nahegelegene Unterkunft oder zurück zum Auto kommst. Das gibt dir mentale Sicherheit und ist im Notfall eine wichtige Backup-Option. Mit wachsender Erfahrung kannst du dann auch abgelegenere Spots ansteuern.


Fazit: Winter-Overnighter sind es wert

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Ein winterlicher Overnighter ist eine intensive und lohnende Erfahrung. Die Vorbereitung ist aufwendiger als im Sommer, die Herausforderungen sind größer, aber genau das macht es auch so besonders. Du lernst deine Ausrüstung und deine eigenen Grenzen auf eine ganz neue Art kennen.

Mein erster Winter-Overnighter bei minus drei Grad hat mir gezeigt, dass Winter-Camping mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung nicht nur machbar, sondern wunderschön ist. Die Stille, die klare Luft, der Sternenhimmel. Das sind Erlebnisse, die du im Sommer so nicht haben wirst.

Information: Key Takeaways

  1. Teste deine Ausrüstung vorher.
  2. Kenne die Temperaturangaben von Isomatte und Schlafsack.
  3. Vermeide Schweiß beim Wandern.
  4. Zieh dich abends in trockene Kleidung um.
  5. Nutze eine Wärmflasche.
  6. Iss kalorienhreiches Essen vor dem Schlafen.
  7. Nimm Elektronik und frostempfindliche Ausrüstung mit in den Schlafsack.
  8. Bereite Wasser für den Morgen schon am Abend vor.
  9. Akzeptiere, dass Unbehagen zum Winter-Camping dazugehört – es ist nur temporär.

Wenn du mehr über meine eigenen Erfahrungen lesen möchtest, schau dir meinen Beitrag zur winterlichen Nyord-Tour an. Dort beschreibe ich ausführlich, wie mein erster Winter-Overnighter bei -3°C ablief.

Trau dich! Der Winter wartet auf dich.


Hast du Fragen zu winterlichen Overnightern oder möchtest deine eigenen Erfahrungen teilen? Ich freue mich über deine Nachricht! Schreib mir gerne über das Kontaktformular – ich bin gespannt auf deine Geschichte und helfe dir gerne bei der Planung deines ersten Winter-Abenteuers.


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