MobilePay für Touristen in Dänemark: Mythos oder Fakt?

Dienstag, 13. Oktober 2026
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Quelle: Antonio Araujo auf Unsplash
Lesedauer: 9 Minuten

Wenn du wie ich seit Jahrzehnten regelmäßig in Dänemark unterwegs bist, kennst du das blaue MobilePay-Logo besser als so manches dänische Verkehrsschild.

Es klebt am Hofladen, hängt am Marktstand und leuchtet neben der Kasse in der Bäckerei. Für Einheimische ist es längst so selbstverständlich wie Bargeld für uns.

Kürzlich stieß ich in einem Facebook-Post auf einen Werbebanner, der behauptete, dass MobilePay nun auch für Touristen nutzbar sein solle. Als jemand, der schon öfter mit leeren Händen einen Verkaufsstand verlassen musste, weil ein Verkäufer ausschließlich MobilePay akzeptierte, wollte ich es genau wissen.

Also habe ich recherchiert, offizielle Quellen gewälzt und mir die entsprechende Seite von Vipps MobilePay selbst angeschaut. Das Ergebnis ist überraschend, aber nicht ganz so, wie die Überschriften es vermuten lassen.

In diesem Beitrag erfährst du, was an der Behauptung wirklich dran ist, warum die MobilePay-App für dich als deutschen Touristen weiterhin tabu bleibt, welches neue Feature tatsächlich für Aufsehen sorgt und was das für deine nächste Dänemark-Reise ganz praktisch bedeutet.


Kurze inhaltliche Übersicht



Die Behauptung: MobilePay jetzt auch für Touristen?

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Der Auslöser für diesen Beitrag war ein Werbebanner in einem Facebook-Post, der suggerierte, dass MobilePay nun auch von Touristen genutzt werden kann. Auch auf Reiseportalen und in anderen sozialen Netzwerken kursiert immer wieder die Behauptung, Touristen könnten in Dänemark endlich mit MobilePay bezahlen.

Die Quelle dahinter ist meist eine Seite von Vipps MobilePay selbst, auf der von einer neuen Funktion die Rede ist, die angeblich "auch für Kunden ohne MobilePay, zum Beispiel Touristen" funktioniert.

Klingt erstmal nach einer kleinen Sensation oder? Immerhin war die App für uns Nicht-Dänen jahrelang ein rotes Tuch. Ich habe mir die Originalquelle genau angeschaut, um herauszufinden, was sich wirklich verändert hat.


Warum die MobilePay-App für Touristen weiterhin tabu bleibt

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Die Antwort vorweg fällt ernüchternd aus. Die MobilePay-App selbst kannst du als deutscher, österreichischer oder Schweizer Tourist nach wie vor zwar herunterladen aber eben nicht nutzen.

Daran hat sich 2026 nichts geändert. Vipps MobilePay hat mehrfach öffentlich erklärt, dass eine generelle Öffnung für ausländische Touristen nicht geplant ist.

Wer schon einmal versucht hat, sich in der App zu registrieren, kennt das Problem. Ohne dänische Identifikationsnummer geht schlicht gar nichts.

Das betrifft übrigens nur Touristen aus dem nicht-skandinavischen Ausland. Wer bereits Vipps in Norwegen oder MobilePay in Schweden beziehungsweise Finnland nutzt, kann damit inzwischen tatsächlich auch bei dänischen Händlern zahlen.

Information: Das brauchst du für ein eigenes MobilePay-Konto

Für ein reguläres MobilePay-Konto benötigst du zwingend eine dänische CPR-Nummer, ein MitID zur Identifikation, ein dänisches oder grönländisches Bankkonto sowie eine dänische oder grönländische Mobilfunknummer. Da all diese Voraussetzungen an einen festen Wohnsitz in Dänemark geknüpft sind, bleibt der Zugang für kurzzeitige Besucher aus dem restlichen Europa verschlossen.


CPR-Nummer, MitID und dänisches Konto als Hürde

Diese Hürden sind kein Zufall, sondern bewusst gesetzt. MobilePay ist tief mit der dänischen Bankeninfrastruktur verzahnt und dient auch der eindeutigen Identifizierung im Zahlungsverkehr. Genau das macht das System für Dänen so bequem und für uns als Außenstehende gleichzeitig so unzugänglich.

Wichtig zu wissen ist, dass das nichts mit Misstrauen gegenüber Touristen zu tun hat, sondern schlicht mit regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen, die an nationale Identifikationssysteme wie eben das dänische MitID gekoppelt sind.


Das neue Feature: Kartenzahlung über Get paid

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Was sich tatsächlich geändert hat, spielt sich nicht bei dir als Kundin oder Kunde ab, sondern auf der Händlerseite.

Vipps MobilePay hat seine Geschäftskunden-App "Get paid" um eine Kartenzahlungsfunktion erweitert. Händler, Marktstände, Vereine oder Hofläden können damit Kartenzahlungen direkt über ihr eigenes Smartphone annehmen, ganz ohne klassisches Kartenterminal.

Und genau hier kommst du als Tourist ins Spiel. Diese neue Funktion akzeptiert ausdrücklich auch Visa- und Mastercard-Zahlungen von Kundinnen und Kunden, die selbst gar kein MobilePay besitzen. Der Händler hält also sein Handy hin, du hältst deine ganz normale Kreditkarte dagegen, fertig.

Hinweis: Freiwillige Nutzung durch den Händler

Ob ein Verkäufer diese neue Kartenzahlungsfunktion tatsächlich nutzt, entscheidet er selbst. Für die Nutzung fällt eine Gebühr von 0,99 % pro Zahlung an, die der Händler trägt, dafür aber keine monatliche Grundgebühr. An unbemannten Ständen ohne jede Bedienung wird sich daher vermutlich vorerst wenig ändern, dort bleibt reines MobilePay ohne Alternative weiterhin möglich.


Wie die Kartenzahlung per Handy funktioniert

Technisch basiert das Ganze auf kontaktloser Zahlung, wie du sie von jedem modernen Kartenterminal kennst. Der Händler benötigt lediglich ein NFC-fähiges Smartphone mit installierter Get-paid-App, du musst gar nichts weiter tun, als deine Karte ans Gerät zu halten.

Für dich als Reisenden ändert sich also im Grunde nichts an der Handhabung. Du zahlst so, wie du es aus Deutschland oder von jeder anderen Auslandsreise gewohnt bist, mit deiner eigenen Debit- oder Kreditkarte, kontaktlos und ohne App-Umweg.


Was das für dich als deutschen Touristen konkret bedeutet

Übersetzen wir das Ganze mal in die Praxis. Bislang gab es in Dänemark bestimmte Orte, an denen ausschließlich MobilePay akzeptiert wurde, vor allem kleinere, oft familiengeführte Verkaufsstellen ohne teures Kassensystem. Für dich als Tourist hieß das häufig schlicht Pech gehabt, kein Kauf möglich.

Dank Get paid mit Kartenfunktion können genau solche Händler nun theoretisch auch dich als zahlende Kundschaft bedienen, ohne in ein klassisches Kartenterminal investieren zu müssen. Die Einstiegshürde für den Verkäufer sinkt und damit sinkt potenziell auch die Zahl der Stellen, an denen du bislang leer ausgegangen bist.

Wichtig bleibt der Konjunktiv. Es handelt sich um eine Möglichkeit, keine Pflicht. Verlassen kannst du dich darauf noch nicht flächendeckend, gerade in der jetzigen Einführungsphase des Features.


Handlungsempfehlung: So zahlst du in Dänemark sicher

Nach all den Jahren Erfahrung ist meine klare Empfehlung, dich niemals ausschließlich auf eine einzige Zahlungsmethode zu verlassen, wenn du in Dänemark unterwegs bist. Auch mit der neuen Get-paid-Funktion im Hintergrund bleibt Dänemark ein Land, in dem an manchen Stellen weiterhin ausschließlich MobilePay funktioniert.

Frag im Zweifel einfach direkt beim Verkäufer nach, ob eine Kartenzahlung möglich ist, bevor du dich für ein Produkt entscheidest. Gerade auf Flohmärkten, an Hofläden oder bei unbemannten Ständen lohnt sich diese kurze Nachfrage.

Tipp: Immer eine Alternative dabeihaben

Hab auf Reisen in Dänemark stets eine funktionierende Kredit- oder Debitkarte sowie etwas Bargeld als Rückfalloption dabei. So bist du unabhängig davon, ob ein Anbieter die neue Kartenfunktion bereits nutzt oder nicht.

Wenn du dich noch grundsätzlicher mit dem Thema Bezahlen in Dänemark beschäftigen möchtest, findest du in meinem ausführlichen Guide zum Bezahlen in Dänemark noch mehr praktische Tipps zu Karte, Bargeld und den gängigsten Zahlungsgewohnheiten.


Fazit: Kein MobilePay für Touristen, aber neue Chancen an der Kasse

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Quelle: Georgi Dyulgerov auf Unsplash
Die Behauptung "Touristen können jetzt mit MobilePay bezahlen" ist in dieser Pauschalität schlicht falsch!

Die App selbst bleibt dir als deutschem Touristen weiterhin verwehrt, daran ändert auch das Jahr 2026 nichts. Was sich stattdessen geändert hat, ist deutlich subtiler, aber im Alltag durchaus relevant.

Dänische Händler können nun über die Get-paid-App Kartenzahlungen direkt per Smartphone annehmen, auch von Kundinnen und Kunden ohne MobilePay.

Für dich bedeutet das, dass du an der einen oder anderen Stelle, an der du früher mangels MobilePay leer ausgegangen bist, künftig vielleicht doch eine Chance hast, vorausgesetzt, der Händler hat sich für die neue Funktion entschieden. Eine Garantie ist das aber nicht und Bargeld oder Karte gehören weiterhin in jedes Dänemark-Reisegepäck.


Wenn du selbst schon Erfahrungen mit MobilePay, Get paid oder dem Bezahlen in Dänemark gemacht hast, freue ich mich sehr über deine Nachricht. Schreib mir einfach über mein Kontaktformular. Ich lese jede Zuschrift und antworte gerne persönlich.


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