Mit dem Zug durch Spanien – Meine Erfahrung
Dienstag, 02. Juni 2026
Wer Spanien bereist, denkt meistens an Mietwagen, Inlandsflüge oder vielleicht noch an den Bus. Aber mit dem Zug quer durch Spanien fahren? Das klingt für viele Deutsche erst mal ungewöhnlich.
Dabei hat das spanische Bahnnetz einiges zu bieten und manches davon ist überraschend komfortabel.
In diesem Beitrag berichte ich dir, wie die Buchung über Omio funktioniert hat, was dich an spanischen Bahnhöfen erwartet, wie sich der Komfort in der 2. Klasse anfühlt und ob ich die Bahn in Spanien weiterempfehlen würde. Dazu gibt es einen direkten Vergleich mit der Deutschen Bahn und praktische Tipps für deine eigene Reise.
Kurze inhaltliche Übersicht
- → Die Strecke Barcelona–Valencia mit Renfe
- → Tickets buchen über Omio
- → Sicherheitskontrolle wie am Flughafen
- → Komfort in der 2. Klasse – besser als im ICE?
- → Die Bahnhöfe Barcelona und Valencia
- → Renfe vs. Deutsche Bahn – der direkte Vergleich
- → Verspätung und Durchsagen auf Spanisch
- → Fazit – Lohnt sich Bahnfahren in Spanien?
Ich war im März 2026 mit Renfe-Fernzügen auf der Strecke Barcelona–Valencia unterwegs und wollte einfach mal ausprobieren, wie sich Bahnfahren in Spanien so anfühlt. Als jemand, der in Deutschland regelmäßig mit der Bahn reist, war ich neugierig, wie sich die spanische Variante im Vergleich schlägt. Und ich kann vorwegnehmen, dass es einige Überraschungen gab – positive wie negative.
Die Strecke Barcelona–Valencia mit Renfe
Die Strecke Barcelona–Valencia ist dafür ideal, weil sie lang genug ist, um einen echten Eindruck zu bekommen, aber nicht so lang, dass man den ganzen Tag im Zug sitzt.
Die Fahrt dauerte etwas mehr als vier Stunden pro Richtung. Das ist länger als mit dem AVE-Hochgeschwindigkeitszug, der auf manchen Strecken deutlich schneller unterwegs ist.
Was die Landschaft angeht, wer sich einen Fensterplatz sichert, wird zwar nicht mit spektakulären Panoramen belohnt, aber ich persönlich genieße es trotzdem, aus dem Fenster zu schauen. Es gibt weite Ebenen, vereinzelte Dörfer und gelegentlich einen Blick auf die Küste. Wirklich abwechslungsreich ist die Strecke allerdings nicht.
Intercity und Euromed – zwei Zugtypen, ein Ziel
Was ich erst nach der Reise richtig einordnen konnte war, dass ich gar nicht mit dem berühmten AVE-Hochgeschwindigkeitszug gefahren bin. Auf der Hinfahrt war es ein Euromed, auf der Rückfahrt ein Intercity. Beide gehören zum Renfe-Fernverkehr, sind aber keine reinen Hochgeschwindigkeitszüge. Der Euromed verkehrt vor allem entlang des Mittelmeerkorridors und erreicht Durchschnittsgeschwindigkeiten von rund 120 km/h – daher auch die etwas längere Fahrzeit im Vergleich zum AVE.Für die Strecke Barcelona–Valencia macht das im Alltag aber kaum einen Unterschied. Beide Zugtypen waren komfortabel und ruhig. Wer dagegen nach Madrid oder Sevilla will, wird eher den deutlich schnelleren AVE nutzen.
Information: Zugtypen bei Renfe
Renfe betreibt verschiedene Fernzugtypen. Der AVE ist der schnellste und fährt auf reinen Hochgeschwindigkeitsstrecken mit bis zu 310 km/h. Daneben gibt es Intercity, Euromed und Alvia – alle bieten ähnlichen Komfort, unterscheiden sich aber in der Höchstgeschwindigkeit und den bedienten Strecken.
Renfe betreibt verschiedene Fernzugtypen. Der AVE ist der schnellste und fährt auf reinen Hochgeschwindigkeitsstrecken mit bis zu 310 km/h. Daneben gibt es Intercity, Euromed und Alvia – alle bieten ähnlichen Komfort, unterscheiden sich aber in der Höchstgeschwindigkeit und den bedienten Strecken.
Tickets buchen über Omio
Für Hin- und Rückfahrt zusammen habe ich rund 94 Euro bezahlt. Das finde ich für eine Fernstrecke von gut vier Stunden pro Richtung absolut in Ordnung – vor allem, wenn man den Komfort mit einrechnet. Wer noch günstiger fahren möchte, sollte möglichst früh buchen, denn wie bei Flugreisen steigen die Preise, je näher der Reisetag rückt.
Am Bahnhof selbst brauchte ich nur mein digitales Ticket auf dem Smartphone vorzeigen. Einen Ausweis oder Reisepass musste ich nicht vorlegen, was den ganzen Prozess angenehm unkompliziert macht.
Tipp: Frühzeitig buchen und sparen
Renfe-Tickets werden günstiger, je früher du buchst. Über Plattformen wie Omio oder Trainline kannst du bequem auf Deutsch buchen und hast alle Reiseinformationen in einer App. Direkt bei Renfe ist es manchmal noch etwas günstiger, die Website ist allerdings weniger benutzerfreundlich.
Renfe-Tickets werden günstiger, je früher du buchst. Über Plattformen wie Omio oder Trainline kannst du bequem auf Deutsch buchen und hast alle Reiseinformationen in einer App. Direkt bei Renfe ist es manchmal noch etwas günstiger, die Website ist allerdings weniger benutzerfreundlich.
Sicherheitskontrolle wie am Flughafen
In València Estació del Nord gab es zwar ebenfalls einen Ticketcheck vor dem Gleiszugang, aber keine Gepäckdurchleuchtung. An den Stationen zwischen Barcelona und Valencia hatte ich aufgrund der Größe der Bahnhöfe das Gefühl, dass dort keinerlei Kontrollen stattfinden. Das scheint also je nach Bahnhof unterschiedlich gehandhabt zu werden.
Dieses Prozedere hat historische Gründe. Die Sicherheitskontrollen wurden in den 1990er-Jahren eingeführt, als die ersten AVE-Strecken eröffnet wurden. Damals sollte das Bahnerlebnis dem Fliegen ähneln und das eben inklusive Sicherheitscheck. Heute betrifft das Millionen von Reisenden an Dutzenden Bahnhöfen und in Spanien wird immer wieder diskutiert, ob diese Kontrollen noch zeitgemäß sind.
Zeitpuffer einplanen – meine Erfahrung
Die eigentliche Kontrolle begann dann an drei parallel betriebenen Prüfpunkten etwa zehn Minuten vor Abfahrt und verlief recht zügig. Mein zeitlicher Puffer hat also absolut gereicht, wenngleich ich nicht verstehe, warum man bis kurz vor Abfahrt mit diesen Kontrollen wartet, wenn der Zug schon auf dem Gleis steht.
Mein Rat ist daher, sei mindestens 15 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof, besser noch etwas früher. Gerade zu Stoßzeiten oder an großen Bahnhöfen wie Barcelona Sants kann die Schlange lang sein. Und anders als bei der Deutschen Bahn, wo du bis zur letzten Sekunde auf den Bahnsteig sprinten kannst, kommst du hier ohne Kontrolle nicht an den Zug.
Hinweis: Ohne Ticketcheck kein Zug
An den großen spanischen Fernbahnhöfen musst du vor dem Gleiszugang eine Ticket- und teilweise eine Gepäckkontrolle passieren. Plane dafür mindestens 15 Minuten ein. Ohne bestandene Kontrolle kommst du nicht auf den Bahnsteig, auch nicht, wenn dein Zug schon da steht.
An den großen spanischen Fernbahnhöfen musst du vor dem Gleiszugang eine Ticket- und teilweise eine Gepäckkontrolle passieren. Plane dafür mindestens 15 Minuten ein. Ohne bestandene Kontrolle kommst du nicht auf den Bahnsteig, auch nicht, wenn dein Zug schon da steht.
Komfort in der 2. Klasse – besser als im ICE?
Auch die Züge waren angenehm ruhig und nicht überfüllt. Bei der Buchung wird automatisch ein Sitzplatz zugewiesen. Du kannst bei der Buchung zwischen Fenster- und Gangplatz wählen, den genauen Platz suchst du dir aber nicht selbst aus.
WLAN war grundsätzlich verfügbar, ich habe es allerdings nicht genutzt. Auch einen Bordservice und ein Bistro gab es in beiden Zügen. Eine Steckdose habe ich an meinem Platz allerdings nicht gefunden, ob es sie an anderen Plätzen gab, kann ich nicht sagen.
Ein Punkt, den ich nicht verschweigen möchte ist, dass der äußere Zustand der Züge eher ernüchternd war. Von außen wirkten die Züge dreckig und etwas heruntergekommen. Das steht in einem starken Kontrast zum gepflegten Innenraum und dem hohen Sitzkomfort. Lass dich also nicht vom ersten Eindruck am Bahnsteig abschrecken, innen sieht die Welt anders aus.
Die Bahnhöfe Barcelona und Valencia
Auch die Bahnhöfe verdienen eine eigene Erwähnung, denn sie tragen maßgeblich zum Gesamteindruck der Reise bei. Beide Bahnhöfe liegen relativ zentral und sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.Barcelona Sants – wie ein Flughafen
Barcelona Sants erinnert tatsächlich stark an einen Flughafen. Die Gleise befinden sich im Untergeschoss, darüber liegt eine große Empfangshalle mit Geschäften, Cafés und Wartebereichen. Vor dem Abstieg zum Gleis wartest du in einem Wartebereich, bis die Kontrolle geöffnet wird. Das ganze Prozedere – von der Ankunft über die Sicherheitskontrolle bis zum Boarding – fühlte sich tatsächlich mehr nach Fliegen als nach Bahnfahren an.València Estació del Nord – klein aber fein
Der Bahnhof in Valencia ist deutlich kleiner als Barcelona Sants, aber übersichtlich und funktional. Auch hier gab es einen Ticketcheck vor dem Gleiszugang, allerdings ohne Gepäckdurchleuchtung. Die Atmosphäre war entspannter, die Schlange kürzer. Für Reisende, die Valencia als Ziel haben, ist der Bahnhof ein angenehmer Startpunkt – zentral gelegen und mit kurzen Wegen.Bahnhofsimpressionen
Renfe vs. Deutsche Bahn – der direkte Vergleich
Weil es dir als deutschem Spanien-Urlauber wahrscheinlich am meisten hilft, hier ein direkter Vergleich der beiden Bahnsysteme aus meiner persönlichen Erfahrung:Der Sitzkomfort geht klar an Renfe. Die 2. Klasse in spanischen Fernzügen bietet deutlich mehr Beinfreiheit und breitere Sitze als die 2. Klasse im ICE. Ich würde sie – wie schon geschrieben – eher mit der 1. Klasse im ICE vergleichen.
Bei der Pünktlichkeit nehmen sich beide nicht viel, zumindest nach meiner Erfahrung. Beide Fahrten hatten rund 30 Minuten Verspätung. Wer regelmäßig mit der Deutschen Bahn fährt, kennt das leider zur Genüge.
Der größte Unterschied liegt beim Boarding-Prozess. In Deutschland gehst du einfach zum Gleis und steigst ein. Die Ticketkontrolle erfolgt dann ggf. im Zug. In Spanien musst du durch eine Kontrolle und darfst erst kurz vor Abfahrt auf den Bahnsteig. Ticketkontrollen im Zug hab ich keine erlebt. Das ist bequemer, als es klingt, erfordert aber Zeitpuffer.
Beim äußeren Erscheinungsbild liegt die Deutsche Bahn vorn. Deutsche ICE-Züge sehen äußerlich gepflegter aus als die Renfe-Fernzüge, die ich erlebt habe. Innen dreht sich das Bild allerdings um.
Die Preise sind absolut fair. Rund 47 Euro pro Fahrt für vier Stunden Fernstrecke ist absolut ok und liegt bei etwa der Hälfte des Preises, den du in Deutschland für eine vergleichbare Distanz zahlen würdest – vorausgesetzt, du buchst rechtzeitig.
Link: Tickets bei Omio buchen
Über Omio kannst du Renfe-Tickets bequem auf Deutsch buchen und hast Tickets, Gleisinformationen und Verspätungshinweise direkt in der App.
Über Omio kannst du Renfe-Tickets bequem auf Deutsch buchen und hast Tickets, Gleisinformationen und Verspätungshinweise direkt in der App.
Verspätung und Durchsagen auf Spanisch
Beide Fahrten hatten leider Verspätung – jeweils rund 30 Minuten. Das war ärgerlich, aber da ich nicht unter Zeitdruck stand, hat es mich persönlich nicht sonderlich gestört. Als regelmäßiger DB-Fahrer bin ich da leider abgehärtet.Was mich allerdings etwas irritiert hat war, dass es keine Durchsagen zur Verspätung gab. Generell wurden Ansagen im Zug ausschließlich auf Spanisch gemacht. Wenn du kein Spanisch sprichst, bist du auf die Informationen in deiner Buchungs-App angewiesen. Die Omio-App hat mich hier gut mit Echtzeit-Updates versorgt. Ein weiterer Grund, über eine solche Plattform zu buchen.
Fazit – Lohnt sich Bahnfahren in Spanien?
Mein Fazit nach der Strecke Barcelona–Valencia und zurück fällt überwiegend positiv aus. Ja, die Züge sehen von außen nicht besonders einladend aus. Ja, die Verspätung nervt. Und ja, die Sicherheitskontrollen am Bahnhof sind für deutsche Bahnfahrer ungewohnt.Aber der Sitzkomfort ist hervorragend, die Preise sind fair, die Buchung über Omio funktioniert reibungslos und die Züge sind nicht überfüllt. Du reist entspannt von Stadtzentrum zu Stadtzentrum, ohne Flughafen-Stress, Check-in-Zeiten oder Mietwagen-Ärger.
Ich würde die Bahn in Spanien jederzeit wieder nutzen und das sowohl für Fernstrecken als auch, wenn ich kürzere Distanzen zurücklegen möchte. Wer Spanien auf eigene Faust entdecken will und flexibel bleiben möchte, sollte die Renfe-Fernzüge auf jeden Fall in Betracht ziehen.
Hast du Fragen zu meiner Erfahrung mit der Bahn in Spanien oder planst selbst eine Reise? Dann schreib mir gerne über mein Kontaktformular – ich freue mich auf deine Nachricht!
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Über mich
Ich bin ein liebevoller Vater, Candourist, Stoiker, Agilist, Product Owner, Hauptmann der Reserve, Diplom-Kaufmann, ausgebilderter Verkehrspilot (ATPL-Credit) und Weitwanderer.
"Casa Buitoni" ist seit meiner Studienzeit mein Spitzname als passionierter Pasta-Konsument und somit Namensgeber meines Blogs.
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