Barcelona & Valencia: Kurzurlaub an Spaniens Ostküste

Dienstag, 21. April 2026
Serie Spanien S2 • E1
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Lesedauer: 25 Minuten

Sechs Tage, zwei Städte, ein Rucksack. So lässt sich mein März-Trip nach Katalonien und an die Levante-Küste wohl am besten zusammenfassen. Eigentlich hatte ich Barcelona und Valencia schon länger auf meiner Liste und wollte beides mit dem Auto verbinden, eine große zehntägige Rundreise daraus machen.

Aber mal ehrlich. Vom spanischen Verkehr und den Betrugsversuchen bei der Mietfahrzeugübernahme hatte ich nach meiner Andalusien-Rundfahrt irgendwie mehr als genug. Also wurde daraus ein kompakter Kurzurlaub mit Flug, Bahn und viel ÖPNV.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine Reise durch Barcelona und Valencia. Du erfährst, warum mich die Sagrada Familia sprachlos machte, weshalb das FC Barcelona Museum eher eine Gelddruckmaschine ist, was die Delfinshow im Oceanográfic mit Greenwashing zu tun hat und warum ich mich am Ende trotzdem zufrieden in den Flieger nach Hamburg setzte. Dazu gibt es jede Menge praktische Tipps zu ÖPNV, Unterkünften und Eintrittspreisen.

Kurze inhaltliche Übersicht



Mitte-Ende-März war ich alleine im Nordosten Spaniens unterwegs. Vier Nächte in Barcelona, zwei in Valencia und mittendrin eine vierstündige Schnellzugfahrt, die beide Städte elegant miteinander verband.

Das Wetter? Mit rund 14 Grad nicht gerade das, was ich mir unter spanischem Frühling vorstellt und das Wetter der Vorwoche versprach. Aber ein paar sonnige Tage bekam ich trotzdem, dazu zwei bewölkte Tage und am letzten Abend ein kurzer Regenschauer. Aber gut, ich war ja nicht zum Sonnenbaden da und es hätte noch viel schlechter sein können.

Zwischen Gaudí und Gänsehaut, zwischen Champions League am Stadion und Delfinshows im Aquarium, zwischen Superyachten im Hafen und Blumenfiguren auf den Straßen Valencias. Dieser Trip hatte alles. Höhen, Tiefen und ein paar Momente, die mich ehrlich überrascht haben. Also fang ich mal vorne an...


Anreise nach Barcelona mit Vueling

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Meine Reise begann am Hamburger Flughafen mit einem Vueling-Flug nach Barcelona. Vueling, das sei gleich gesagt, ist ein Billigflieger und fühlt sich auch so an.

Boarding und Deboarding via Bus statt Fluggastbrücke, durchgesessene Sitze, die nach einer Stunde knallhart werden und Platzverhältnisse, die für meine 188 cm Körperlänge eine echte Herausforderung darstellen. Bequemes Fliegen geht definitiv anders!

Was mich allerdings positiv überrascht hat, war der Deboarding-Prozess in Barcelona. Die Crew gab mehrfach die Anweisung, sitzen zu bleiben und erst aufzustehen, wenn die eigene Reihe aufgerufen wird. Ungewöhnlich, aber effektiv und stressfrei. Andere Airlines könnten sich davon eine Scheibe abschneiden.


Barcelona: Gaudí, Gänsehaut und Gelddruckmaschinen

Drei volle Tage hatte ich für Barcelona eingeplant und die waren auch nötig. Die Stadt ist riesig, die Sehenswürdigkeiten über das gesamte Stadtgebiet verteilt und an jeder Ecke wartet etwas Neues. Hier kommt mein Überblick über alles, was ich in Barcelona erlebt habe.


Motel One: Mein Basislager am Park

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Mein Hotel für insgesamt vier Nächte in Barcelona war das Motel One Barcelona-Ciutadella, direkt am Parc de la Ciutadella gelegen. Ich hatte ein Zimmer in der sechsten Etage mit Blick auf den Park und damit in Richtung Meer.

Und was soll ich sagen? Dieser Ausblick war zu jeder Tageszeit ein echtes Highlight. Während andere Gäste für diesen Ausblick auf die Dachterrasse mussten, dreht ich einfach nur meinen Sessel zum Fenster. Das Preis-Leistungsverhältnis war gewohnt gut, wie ich es von Motel One eben kenne und liebe.

Die Lage ist für Barcelona-Erkundungen aus meiner Sicht geradezu perfekt. Der Strand, der Hafen, die Altstadt … alles ist fußläufig oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Metro, Bahn) nur wenige Stationen entfernt.

Dazu noch sehr freundliches Personal. Ich würde das Motel One in Barcelona jedenfalls uneingeschränkt weiterempfehlen!

Tipp: Hola Barcelona Card

Ich hatte mir vorab die 72-Stunden Hola Barcelona Card gekauft und sie an der Touristeninformation am Flughafen abgeholt. Damit konnte ich den gesamten ÖPNV in Barcelona unbegrenzt nutzen: Metro, Bus, Tram und sogar den Flughafenbus. Da ich viel mit der Bahn unterwegs war, hat sich die Karte absolut gelohnt. Wer plant, Barcelona intensiv zu erkunden, dem kann ich diese Karte nur ans Herz legen.


Park Güell: Sportlicher Morgenspaziergang

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Den Park Güell hatte ich mir für den frühen Morgen vorgenommen, mit einem vorab gebuchten Zeitfenster-Ticket für die kostenpflichtige Monumentalzone. Was soll ich sagen?

Es war ein netter, wegen der teils erheblichen Höhenunterschiede durchaus sportlicher Morgenspaziergang mit schöner Aussicht auf Barcelona. Aber so richtig begeistert hat mich der Park ehrlich gesagt nicht.

Die bunten Mosaike und die geschwungene Bank auf der Terrasse sind zweifellos fotogen, aber irgendwie hatte ich mir unter dem ganzen Hype mehr vorgestellt.

Vielleicht lag es an meinen hohen Erwartungen, vielleicht daran, dass der Park sich um diese Morgenzeit trotz Zeitfenster-Tickets bereits gut füllte. So oder so: abgehakt, aber kein Highlight.


Casa Batlló, Casa Milà und Casa Vicens

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Nach dem Park Güell ging es weiter zu drei Gaudí-Häusern, die ich mir nur von außen anschaute. Die Casa Batlló mit ihrer knochenförmigen Fassade, die Casa Milà (La Pedrera) mit ihren wellenartigen Steinformationen und die etwas weniger bekannte Casa Vicens mit ihren orientalisch anmutenden Kacheln.

Alle drei sind auf ihre Art faszinierend und zeigen, wie vielseitig Gaudí als Architekt war.

Auf einen Besuch im Inneren habe ich aber bewusst verzichtet. Zum einen hatte mich der Park Güell nicht so begeistert, dass ich noch mehr Gaudí-Eintrittsgeld ausgeben wollte.

Zum anderen waren die Warteschlangen vor den Häusern dank unzähliger Busladungen von chinesischen Touristen beachtlich und meine Zeit in Barcelona war begrenzt. Manchmal reicht der Blick von außen eben völlig für einen Eindruck aus.


Sagrada Familia: Der Wow-Moment der Reise

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Wenn es einen Ort auf dieser Reise gab, der mich wirklich sprachlos gemacht hat, dann war es die Sagrada Familia. Gaudís unvollendete Basilika ist von außen bereits ein architektonisches Spektakel. Die filigranen Türme, die detailreichen Fassaden, die schiere Größe des Bauwerks. Doch das Innere hat noch einmal eine völlig andere Dimension.

Ich hatte ein Zeitfenster-Ticket für den Nachmittag gebucht und das war rückblickend die beste Entscheidung des Tages. Denn am Nachmittag fällt das Sonnenlicht durch die gelb-orangen Glasfenster auf der Südwestseite und taucht das gesamte Kirchenschiff in ein warmes, fast überirdisches Licht. Die baumartigen Säulen, die sich nach oben verzweigen, das Farbenspiel an den Wänden … das war definitiv mein Wow-Moment auf dieser Reise.

Einziges Manko auch hier die chinesischen Touristen. Immer laut, immer rücksichtslos und im TikTok- bzw. Social Media-Rausch. Einfach nur lästig!

Am selben Abend führte mich meine Planung noch einmal zur Sagrada Familia, diesmal dann bewusst bei Dunkelheit. Die nächtliche Beleuchtung war allerdings wenig spektakulär und konnte dem Erlebnis im Inneren nicht annähernd das Wasser reichen.

Wer die Sagrada Familia besucht, sollte sein Geld also definitiv in ein Innenbesichtigungsticket investieren. Von außen allein kann man sich die Magie dieses Ortes einfach nicht erschließen. Außerdem stören aktuell dabei Außen auch Baukräne und Baulärm...

Zitat von Antoni Gaudí

Nichts ist Kunst, was nicht aus der Natur kommt.


Champions League am Camp Nou: Gänsehaut pur

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Am Abend meines zweiten Tages in Barcelona fand im Spotify Camp Nou das Champions-League-Achtelfinale-Rückspiel zwischen dem FC Barcelona und Newcastle United statt.

Ein Ticket hatte ich nicht. Vor dem Stadion wurde mir zwar eins angeboten, aber mit nur 20 € in bar in der Tasche war das Angebot schnell vom Tisch. Also stand ich draußen, direkt am Museum und damit unmittelbar am Stadion.

Was dann kam, war pures Gänsehaut-Feeling. Die Champions League Hymne zu Beginne. Barcelona ging durch Raphinha früh in Führung, Newcastle glich durch Elanga aus, Bernal stellte die Führung wieder her, Elanga traf erneut.

Vier Tore in den ersten 28 Minuten und ich hörte jeden einzelnen Torjubel durch die Stadionmauern. Die Atmosphäre draußen war elektrisierend und die Fans im Stadion rasteten bei jedem Tor aus. Wenn sich das schon von außen so anfühlt, wie muss es dann erst drinnen sein?

Am Ende gewann Barcelona mit 7:2. Ein historisches Ergebnis, das den Einzug ins Viertelfinale besiegelte. Ich war zu diesem Zeitpunkt längst weitergezogen, aber die ersten vier Tore und die Atmosphäre an diesem Abend werde ich so schnell nicht vergessen.


FC Barcelona Museum: Zwischen Staunen und Stöhnen

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Am dritten Tag besuchte ich das Museum des FC Barcelona. Und hier muss ich ehrlich sein! Es war eine Mischung aus Enttäuschung und Entsetzen.

Die Enttäuschung bezog sich auf den Umfang. Letztlich waren es etwa fünf Räume mit Verbindungsgängen, in denen die Geschichte des Vereins dargestellt wird.

Trophäen, Trikots, Pokale und erstaunlicherweise ging es nicht nur um Fußball, sondern auch um Basketball, Handball und Feldhockey. Der letzte Raum war ein Oval, in dem ein Film mit den größten Erfolgen und Stars der letzten etwa 10 Jahre in ohrenbetäubender Lautstärke lief.

Interessant fand ich vor allem die riesigen, silbernen Champions League Pokale, die eigentlich alle irgendwelche Dellen von den Feierlichkeiten trugen...

Das Entsetzen kam beim Blick auf die Preise. Rund 30 € Eintritt für das, was geboten wird, fand ich schon grenzwertig. Mit einer Stadionbesichtigung wären es sogar 69 € gewesen!

Aber dass man für ein einzelnes Foto von einer der zwei Fotostationen im Museum nochmal 30 € hätte bezahlen sollen, hat mich regelrecht fassungslos gemacht. Alles rund um den FC Barcelona wirkt wie eine perfekt geölte Gelddruckmaschine.

Angesichts der immens hohen Schulden des Vereins vielleicht nachvollziehbar, aber sympathisch macht es die Sache nicht. Viele Besucher gehen hier trotzdem all in, kaufen Trikots, Schals und Souvenirs, als gäbe es kein Morgen.

Hinweis: FC Barcelona Museum

Mit rund 30 € Eintritt und zusätzlichen Kosten für ein Foto an den Fotostationen ist das Museum kein Schnäppchen. Wer sich für die Vereinsgeschichte interessiert, bekommt einen soliden Überblick. Gemessen am Preis bleibt das Angebot allerdings dünn. Überlegt euch vorher gut, ob es euch das wert ist.


Olympiapark und Arenas de Barcelona

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Ebenfalls am dritten Tag stattete ich dem Olympiapark auf dem Montjuïc einen Besuch ab. Etwa eine Stunde lang schaute ich mir das Olympiastadion an, auch von innen, dazu den Park mit dem markanten Funkturm, die Sporthalle und das Schwimmbecken jeweils von außen.

Der Olympiapark ist ein solider Abstecher, der einen zurück in die Atmosphäre der Spiele von 1992 versetzt. Einen halben Tag braucht man dafür allerdings nicht einplanen.

Einziger Wermutstropfen dort, auch diese Anlagen bräuchten mal einen neuen Anstrich und ich wäre gerne in die Sporthalle hinein, da dort das legendäre Dream Team sein Olympia-Gold im Basketball erspielte. Außerdem war der legendäre Sprungturm nicht mehr am Becken montiert...

Ein ungewöhnlicher Stopp war anschließend die Arenas de Barcelona, die ehemalige Stierkampfarena der Stadt. Heute beherbergt das runde Gebäude ein modernes Einkaufszentrum, eine kreative Umnutzung, die ich ziemlich gelungen finde. Besonders reizvoll sind die Restaurants auf dem Dach mit ihrer Aussicht über Barcelona. Abends stelle ich mir das stimmungsvoll vor, auch wenn es dann wahrscheinlich entsprechend voll ist.


Picasso Museum: Mein erstes Gemäldemuseum

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Am Vormittag meines vierten Tages, meinem letzten Vormittag in Barcelona vor der Zugfahrt nach Valencia, besuchte ich das Picasso Museum.

Für mich war das tatsächlich das erste Mal überhaupt, dass ich ein Museum mit Gemälden besuchte. Insofern ein kleiner persönlicher Meilenstein.

Der Eintritt lag bei nur 14 €, was im Vergleich zu manch anderem Angebot in Barcelona geradezu günstig wirkt. Teils beeindruckend, teils interessant war es zu sehen, wie viele verschiedene Versionen desselben Motivs Picasso malte.

Es gab auch etwas abstoßend wirkende Zeichnungen von menstruierenden Frauen oder Männern, die ihr Geschäft erledigen, von denen sich eigentlich alle von mir beobachteten Besucher sehr schnell wieder abwandten...

Man bekommt in jedem Falle einen guten Einblick in seine künstlerische Entwicklung, von den frühen, erstaunlich realistischen Werken bis hin zu den abstrakten Arbeiten, für die er weltberühmt wurde.


Strand Barceloneta und Port Vell: Mein Abendritual

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Es gibt Orte auf Reisen, die einen immer wieder anziehen. Für mich war das in Barcelona der Strand von Barceloneta.

Jeden Abend zog es mich hierher, zu einem ausgiebigen Spaziergang am Meer, während idie Sonne langsam hinter den Bergen unterging. Es wurde zu meinem persönlichen Ritual auf dieser Reise, der perfekte Kontrast zum Großstadttrubel tagsüber.

Nicht minder faszinierend war der Port Vell, Barcelonas alter Hafen, der heute vor allem als Liegeplatz für Superyachten dient.

Hier konnte ich unter anderem die 108 Meter lange Ije des australischen Milliardärs James Packer und die 133 Meter lange Al Mirqab des ehemaligen katarischen Premierministers bewundern. Daneben lagen noch viele weitere, halb so große aber immer noch millionenteure Yachten.

Es ist für mein Empfinden eine absurde aber faszinierende Parallelwelt, die man hier am Hafenrand beobachten kann. Wo kann man außer bei der Armee schon erleben, wie auf die Sekunde genau Fahnen gehisst und eingeholt werden... Und all das, während man selbst mit einem Budgetflieger angereist ist.


Mit dem Renfe-Schnellzug nach Valencia

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Am Mittag des vierten Tages ging es vom Bahnhof Barcelona Sants mit dem Renfe-Schnellzug nach Valencia.

Die Fahrt dauerte rund vier Stunden und kostete für Hin- und Rückfahrt zusammen 94 €. Ein durchaus fairer Preis. Die Platzverhältnisse waren dabei vergleichbar mit der ersten Klasse im deutschen ICE, also durchaus komfortabel.

Was mich überrascht hat, war der Boarding-Prozess. In Barcelona musste man sich zunächst anstellen, dann wurde die Fahrkarte kontrolliert und das Gepäck durch einen Scanner geschickt. Man selbst allerdings nicht.

Zum Zug ging es erst zehn Minuten vor Abfahrt. In Valencia war das Prozedere ähnlich. Fühlt sich ein wenig wie Flughafen-Light an, sorgt aber für einen geordneten Ablauf.

Was allerdings beide Male nicht ordentlich lief war die Pünktlichkeit. Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt hatte der Zug gut 30 Minuten Verspätung. Aber als Deutscher ist man das ja gewohnt und freut sich, dass es nur 30 Minuten waren.

Information: Renfe-Schnellzug Barcelona – Valencia

Die Fahrt dauert planmäßig rund 3,5 bis 4 Stunden. Tickets lassen sich vorab online auf der Renfe-Website buchen. Für Hin- und Rückfahrt habe ich 94 € bezahlt. Gepäck wird am Bahnhof gescannt und der Boarding-Prozess erinnert an einen Flughafen. Plant bei der Ankunftszeit sicherheitshalber einen Puffer ein. Verspätungen sind nicht unüblich.


Valencia: Futurismus, Fallas und ein fragwürdiges Aquarium

Nach drei intensiven Tagen in Barcelona ging es also weiter nach Valencia. Zwei Nächte, ein vollgepacktes Programm und eine Stadt, die mich mit einer ganz anderen Atmosphäre empfing. Hier mein Überblick über alles, was ich in Valencia erlebt habe.


B&B Zalamera: Zweckmäßig mit gutem Frühstück

In Valencia quartierte ich mich für zwei Nächte im B&B Zalamera ein. Um es diplomatisch zu formulieren: Die Raumverhältnisse waren sehr klein und die Einrichtung sehr zweckmäßig. Das Frühstück war gut und umfangreich, aber im Vergleich zum Motel One in Barcelona fiel das Preis-Leistungsverhältnis deutlich ab.


Stadt der Künste und Wissenschaft

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Noch am Ankunftsabend machte ich mich auf den Weg durch den Jardín del Turia bis zur Stadt der Künste und Wissenschaft.

Der Jardín del Turia ist das ehemalige Flussbett des Turia, das zu einer langen Parkanlage umgestaltet wurde. Eine großartige Idee, da der Park quasi halbrund um die Altstadt verläuft und den Anwohnern einen kurzen Weg zur Naherholung bietet.

Die Stadt der Künste und Wissenschaft selbst ist Valencias architektonisches Vorzeigeprojekt: futuristische weiße Bauten, eingebettet in künstliche Wasserbecken. Ich schaute mir die imposanten Gebäude an, das CaixaForum, das Technikmuseum, das Hemisfèric mit seinem augenförmigen Design und den Palau de les Arts Reina Sofía. Außerdem schlenderte ich durch den El Umbracle, einen offenen Skulpturengarten mit tropischen Pflanzen.

Was mich allerdings enttäuschte, war der aktuelle Zustand der Anlage. Einige der Wasserbecken waren teilweise abgelassen und gleichen eher einer Baustelle als dem futuristischen Postkartenmotiv, das man aus dem Internet kennt.

Und auch an den Gebäuden selbst ist im wahrsten Sinne des Wortes der Lack ab. Abblätternde Farbe, sichtbare Gebrauchsspuren … das Ganze wirkte auf mich etwas heruntergekommen und so gar nicht nach der strahlend weißen Zukunftsvision, die ich erwartet hatte.

Dazu kam die nächtliche Beleuchtung, auf die ich mich besonders gefreut hatte. Ich hatte spektakulär illuminierte Gebäude erwartet, die sich in den Wasserbecken spiegeln. Das hatte ich auf unzähligen Fotos gesehen. Die Realität? Die Beleuchtung war praktisch nicht existent. Die Gebäude und ihre Pools lagen im Dunkeln. Schade, denn das hätte zumindest über den etwas ramponierten Tageszustand hinwegtrösten können.


Las Fallas: Blumen, Menschenmengen und Magie

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Mein Valencia-Besuch fiel auf das Wochenende nach Las Fallas, dem berühmten Frühlingsfest, das offiziell am 19. März endete. Und obwohl das Fest bereits ein paar Tage vorüber war, waren die Spuren überall zu sehen und zu spüren.

Die Stadt war voll. Richtig voll. Menschenmengen schoben sich durch die engen Gassen der Altstadt und man musste gut auf seine Wertsachen aufpassen.

Besonders beeindruckend waren die Überreste der Ofrenda de Flores, der traditionellen Blumenopfer. Zwischen dem Brunnen Font del Túria und der Kathedrale stand eine riesige Marienfigur, die bis auf das Gesicht vollständig aus Blumen bestand. Ein faszinierender Anblick.

Die Font del Túria selbst konnte ich leider nicht wirklich sehen, da der Brunnen komplett mit riesengroßen Blumengestecken überdeckt und umrandet war.

Trotz des Trubels hatte das Ganze einen gewissen Zauber. Man spürte, dass diese Stadt gerade etwas Besonderes gefeiert hatte und die Energie war noch greifbar.


Kathedrale, Torres und der Heilige Gral

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Die Kathedrale von Valencia besuchte ich am fünften Tag. Hier wird der Heilige Gral aufbewahrt, zumindest wenn man der Überlieferung glaubt. Ob ich daran glaube? Eher nicht. Aber gesehen haben sollte man ihn trotzdem.

Ebenfalls auf meiner Route lagen die beiden historischen Stadttore, die Torres de Serrans und die Torres de Quart, die ich von außen betrachtete. Massive, beeindruckende Bauwerke, die einst die Stadt verteidigten.

Man kann diese auch besteigen und eine angeblich tolle Aussicht über die Dächer Valencias genießen. Ich hatte allerdings nach nunmehr 5 Tagen voller Sightseeing einfach genug. Ich war förmlich übersättigt und bin deshalb nicht auf die Stadttore gestiegen.


Oceanográfic: Faszination und Ernüchterung

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Dem Oceanográfic, Europas größtem Aquarium, widmete ich am fünften Tag gut fünf Stunden. Und diese Zeit brauchte man auch, denn die Anlage ist riesig. Der Eintritt lag bei 41 € und aus meiner Sicht war er das auch wert. Zumindest teilweise.

Das absolute Highlight war das Haifischbecken. Durch einen gläsernen Tunnel zu laufen, während über einem Haie, Rochen und Schwärme von Fischen ihre Bahnen ziehen, ist schlichtweg atemberaubend. Dieses Erlebnis allein rechtfertigt schon fast den Eintrittspreis.

Dann gibt es aber die andere Seite. Die Delfinshow war für mich der Tiefpunkt des Besuchs. Einerseits werden alle Zuschauer leidenschaftlich zum Schutz der Meere aufgerufen: Naturschutz-Botschaften auf allen Bildschirmen, emotionale Videos, große Worte. Andererseits sieht man 18 Delfine in mehreren Becken, deren Alltagsbeschäftigung darin besteht, kleine Schwimmkörper umherzuschmeißen. Einfach nur traurig, wie diese intelligenten, großen Tiere hier verkümmern. Das ist Greenwashing in seiner reinsten Form.

Auch die Pinguine auf engstem Raum und die Belugas in einem viel zu kleinen Becken haben bei mir einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Man verlässt das Oceanográfic mit gemischten Gefühlen, fasziniert von der Unterwasserwelt, aber ernüchtert von den Haltungsbedingungen.

Hinweis: Tierhaltung im Oceanográfic

So beeindruckend das Haifischbecken und die Unterwasserwelt auch sind: Die Haltungsbedingungen einiger Tiere, insbesondere der Delfine, Pinguine und Belugas, sind aus Tierschutzperspektive fragwürdig. Die Delfinshow kombiniert Greenwashing-Botschaften mit Tierdressur. Wer darauf sensibel reagiert, sollte sich das vorher bewusst machen.


Strand und Roig Arena: Valencias andere Seite

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Am Nachmittag des fünften Tages fuhr ich an den Platja del Cabanyal, Valencias Stadtstrand. Eigentlich hatte ich mich auf einen entspannten Strandspaziergang gefreut, ähnlich wie meine abendlichen Runden an der Barceloneta. Daraus wurde allerdings nichts, denn der Marina Beach Club sorgte für eine Geräuschkulisse, die ich in dieser Intensität nur aus Vietnam kenne.

Dort hatte ich die Straßen-Outdoor-Clubs erlebt, die ihre Musik in einer schon schmerzhaften Lautstärke spielten. Der Marina Beach Club stand dem in nichts nach. Selbst zwei Kilometer vom Club entfernt war die Musik noch nervig laut. Der Zauber eines Strandspaziergangs bei Sonnenuntergang? Komplett dahin.

Deutlich erfreulicher war der Abstecher zur Roig Arena, Valencias neuer Multifunktionshalle, die erst im September 2025 eröffnet wurde. Das Gebäude besticht durch seine moderne Architektur und eine wechselnde äußere Beleuchtung, die abends für einen echten Hingucker sorgt. Am Abend meines Besuchs fand dort eine Motocross-Veranstaltung statt, was dem Ganzen noch eine zusätzliche Portion Energie verlieh.

Tipp: ÖPNV in Valencia mit SUMA T1

Für Valencia nutzte ich eine SUMA T1 Tageskarte für den ÖPNV. Damit kommt man günstig und unkompliziert mit Metro und Bus durch die Stadt. Gerade für die Strecken zum Strand, zur Stadt der Künste und Wissenschaft oder zur Roig Arena ist die Karte eine gute Wahl.


Zurück nach Barcelona und Heimreise

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Am sechsten Tag ging es mit dem Renfe-Schnellzug zurück nach Barcelona, wo ich noch eine letzte Nacht im Motel One verbrachte.

Den Nachmittag und Abend nutzte ich für einen letzten Gang zum Hafen und natürlich zum Strand. Mein Abendritual ein letztes Mal.

Am siebten Tag klingelte der Wecker um fünf Uhr morgens. Mit dem Flughafenbus ging es zum Flughafen und von dort mit Vueling zurück nach Hamburg.

Der frühe Abflug war definitiv das, was ich rückblickend anders machen würde. Ein späterer Flug hätte den letzten Morgen in Barcelona deutlich entspannter gemacht. Aber gut … Billigflieger-Zeiten sind eben Billigflieger-Zeiten.


Fazit: Barcelona vs. Valencia

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Sechs Tage, zwei Städte. Und wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich Barcelona klar den Vorzug geben. Die Stadt hat mit ihren breiten Boulevards einen herrschaftlichen Charme, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat.

Valencia hingegen vermittelte eher ein typisches Großstadtgefühl. Nicht schlecht, aber eben auch nicht so besonders wie Barcelona.

Ein einzelnes, alles überragendes Highlight hatte die Reise nicht. Dafür gab es viele schöne Momente. Da war das Lichtspiel in der Sagrada Familia, die Gänsehaut am Camp Nou, die Abende am Strand der Barceloneta, das Haifischbecken im Oceanográfic.

Und ja, es gab auch die Schattenseiten, wie das überteuerte FC Barcelona Museum, die traurigen Delfine, den ohrenbetäubenden Strandclub in Valencia und die Paella, die ich nie bekam, weil in den guten Restaurants kein Platz mehr frei war.

Insgesamt war es ein gelungener Kurzurlaub mit kleinen Schönheitsfehlern. Wer Barcelona und Valencia kombinieren möchte, dem kann ich die Verbindung per Schnellzug nur empfehlen. Beide Städte haben ihren eigenen Charakter und gerade der Kontrast macht den Reiz aus.

Nur beim Rückflug würde ich beim nächsten Mal definitiv eine spätere Uhrzeit wählen. 5 Uhr morgens am Flughafen ist einfach kein schöner Abschied von Spanien.

Tipp: Eintrittspreise im Überblick

  • Park Güell + Sagrada Familia (Kombi-Ticket): ca. 70 €
  • FC Barcelona Museum: ca. 30 €
  • Picasso Museum Barcelona: 14 €
  • Oceanográfic Valencia: 41 €
Für Park Güell und Sagrada Familia empfehle ich, Zeitfenster-Tickets unbedingt vorab online zu buchen. Das spart langes Anstehen vor Ort.



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