Die Filsø-Runde: 18 km Wandern bei Henne

Freitag, 28. August 2026
Serie Outdoor S2 • E33
Google Maps Escheburg
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Lesedauer: 13 Minuten

Wenn ich an meine Trainingseinheiten für längere Weitwanderungen denke, dann gehören Tagestouren mit vollem Gepäck für mich einfach dazu. Sie sind der Realitätscheck dafür, ob mein Körper und meine Ausrüstung auch wirklich bereit sind für das, was noch kommt. Und genau so eine Einheit hatte ich mir für einen Junitag in Dänemark vorgenommen.

Die Filsø-Runde bei Henne war für mich nicht nur eine schöne Strecke durch ein renaturiertes Naturschutzgebiet, sondern auch ein guter Test dafür, wie ich mit Hitze, Gepäck und den unberechenbaren Tücken der Natur klarkomme.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine knapp 18 Kilometer lange Runde um den zweitgrößten See Dänemarks und erzähle dir, warum diese eigentlich entspannte Wanderung zu einer echten Geduldsprobe wurde. Außerdem berichte ich dir, wie mein Trainingstag um den Filsø abgelaufen ist, welche Streckenabschnitte dich erwarten, was ich unterwegs erlebt habe und worauf du dich bei dieser Wanderung in Dänemark einstellen solltest und das inklusive kleiner, bissiger Plagegeister.


Kurze inhaltliche Übersicht



Die Filsø-Runde im Überblick: Strecke, Zeit und Höhenmeter

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Bevor ich dir von meinem Wandertag erzähle, hier die harten Fakten zur Filsø-Runde.

Die Rundwanderung führt auf knapp 18 Kilometern einmal um den größten Teil des Filsø, den zweitgrößten See Dänemarks, der bei Henne im Südwesten Jütlands liegt.

Höhentechnisch ist die Strecke mit rund 40 Metern absolut entspannt, wie es für Dänemark und seine flache Küstenlandschaft typisch ist.

Ich bin die Runde mit knapp 10 Kilogramm Gepäck und damit meiner kompletten Ausrüstung für autarke Mehrtageswanderungen, in 3 Stunden und 10 Minuten gelaufen. Das entspricht einem Schnitt von 5,6 km/h, was für meine Verhältnisse ungewöhnlich schnell ist. Der Grund dafür wird dir im Laufe des Beitrags noch sehr deutlich werden.


Start an der Filsø Ellipsen: Auftakt der Wanderung

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Der Startpunkt der Filsø-Runde liegt an der Touristenattraktion Filsø Ellipsen. Dort gibt es einen großen, kostenlosen Parkplatz, sodass die Anreise mit dem Auto unkompliziert ist.

Die Filsø Ellipsen selbst ist eine ellipsenförmige Steganlage, die vom Ufer aus in den See hineinführt und Besuchern ein Durchqueren der sonst unzugänglichen Uferzone und damit ein regelrechtes Eintauchen in das Biotop Filsø ermöglicht.

Schon bevor ich überhaupt losgelaufen bin, habe ich mir kurz Zeit genommen, um über den Steg zu gehen und den Blick über das Wasser schweifen zu lassen.

Es ist ein ruhiger, fast schon meditativer Moment, der im Nachhinein einen guten Kontrast zu dem bot, was mir auf der restlichen Strecke noch passieren sollte.

Information: Die Geschichte hinter der Filsø Ellipsen

Der Filsø war ursprünglich einer der größten Seen Dänemarks, wurde ab dem 18. Jahrhundert aber nach und nach trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt. 2011 kaufte eine Naturstiftung das Gebiet zurück, um es zu renaturieren. Seit 2017 führt die markante Ellipsen-Brücke in den wiederhergestellten See hinein und macht das Naturschutzgebiet für Besucher erlebbar.


Single Trail durch die Natur: Der erste Streckenabschnitt

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Direkt nach dem Start führt der Trail als schmaler Single Trail durch die Natur und das mal näher und mal weiter weg vom Filsø. Landschaftlich ist das der schönste Teil der gesamten Runde, mit schilfgesäumten Uferabschnitten, weiten Wiesen mit Pferdeherden und ganz selten auch mal einen Ausblicken auf das Wasser. Genau die Art von Wanderung, die ich mir für eine abwechslungsreiche Trainingseinheit gewünscht hatte.

Bzgl. meiner Trainingsziele für diese Tour spielte das Wetter an diesem Tag zu 100% mit. Bei fast 30 Grad und ohne einen Hauch von Wind wurde selbst dieser flache Abschnitt zu einer anstrengenden Angelegenheit. Mit 10 Kilogramm auf dem Rücken merkt man solche Bedingungen deutlich schneller, als man es sich als Wanderer wünschen würde. Ausreichend Wasser war hier der Schlüssel zur erfolgreichen Trainingseinheit.


Weiter auf dem Fahrradweg entlang des Strandvejen

Nach etwa 7 Kilometern endete der Single Trail und die Route wechselte auf den Fahrradweg entlang des Strandvejen. Hier wird es weniger naturbelassen, dafür aber angenehm zu laufen, da der Untergrund deutlich ebener ist als die naturbelassenen Pfade zuvor. Gleichzeitig reflektiert der Asphalt die Hitze der Sonne natürlich extrem.


Rast im Schatten einer alten Eiche

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Genau an diesem Punkt der Strecke habe ich meine erste richtige Rast eingelegt, im Schatten einer riesigen alten Eiche.

Rund 15 Minuten habe ich mir hier gegönnt und die Zeit genutzt, um meine 500-ml-Flasche wieder mit isotonischem Getränk aufzufüllen, ordentlich zu trinken und einen Müsliriegel zu essen. Bei den Temperaturen war jeder Schluck und jede Kalorie willkommen, um die Reserven für die zweite Streckenhälfte aufzufüllen.

Was diese Pause so wohltuend machte, war der Schatten mit etwas Zugluft und die schlichte Möglichkeit, sich einmal richtig hinzusetzen. Ich habe meinen völlig verschwitzten Rücken trocknen lassen und die Füße bewusst entlastet.

Das Beste daran war, dass Bremsen an dieser Stelle zwischenzeitlich tatsächlich kein Thema mehr waren, sodass ich diesen Stopp zum ersten Mal an diesem Tag wirklich in Ruhe genießen konnte. Gerade beim Training mit vollem Gepäck sind solche kurzen, konsequenten Pausen viel wert, weil sie verhindern, dass man sich frühzeitig verausgabt.


Aussichtspunkt über den Filsø

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Nur wenig später erreichte ich einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen weiten Blick über den Filsø hat. Er zweigt direkt vom Radweg entlang der Landstraße nach Henne Strand ab und liegt auf einer kleinen Anhöhe, rund 300 Meter vom Ufer entfernt und spürbar höher als der See selbst.

Angelegt ist die Stelle als kleiner Rastplatz mit Bänken und Tischen und sogar einem Toilettenhäuschen, was auf dieser sonst wenig versorgten Runde eine echte Seltenheit ist.

Von hier oben öffnet sich der Blick auf weite Teile des Sees, und eine Infotafel liefert Hintergründe zur Gegend, der Fauna und Flora.

Der Filsø ist ein bekanntes Vogelschutzgebiet und tatsächlich lohnt es sich, an dieser erhöhten Stelle einen Moment innezuhalten und die Wasserfläche zu beobachten. Gerade weil der See erst seit einigen Jahren wieder in seiner ursprünglichen Größe existiert, ist dieser Ausblick auf die renaturierte Wasserfläche etwas Besonderes. Man sieht regelrecht, wie sich die Natur ihren Platz zurückerobert hat.


Die Landstraße: Der wenig reizvolle Abschnitt

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Nach etwa 3 Kilometern auf dem Fahrradweg führt die Filsø-Runde rechts auf eine schier endlose Landstraße entlang von Feldern, Wäldern und mir unbekannten Monoplantagen von Bäumen.

Landschaftlich ist das der mit Abstand unspektakulärste Teil der gesamten Tour. Viel Asphalt, wenig Natur, dafür aber unterwegs auch ein Blick auf einige Bauernhöfe und sehr weit abgelegene, meist auch in schlechtem Zustand befindliche Wohnhäuser alter dänischer Bauart.

Das Positive bei dieser Landstraße, im Dänischen als Sekundærruter bezeichnet, war der quasi nicht existente Verkehr. So musste ich zumindest nicht ständig in den Graben springen...

Wer die Filsø-Runde vor allem wegen der Naturerlebnisse laufen möchte, sollte sich auf diesen Abschnitt gedanklich einstellen!

Er ist landschaftlich wenig reizvoll aber alternativlos, weil es in diesem Bereich leider keine Naturwege gibt, um die Runde alternativ zu schließen. Damit ist dieser Abschnitt landschaftlich sicher nicht der Grund, warum man diese Wanderung wählt!


Schotterwege und dänische Gastfreundschaft

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Bei Kilometer 13 wechselt der Belag erneut, diesmal auf teils sehr grobsteinige Schotterwege. Unangenehm.

Und genau hier erlebte ich eine der schönsten Überraschungen der gesamten Tour. Auf einem dänischen Grundstück direkt am Wegesrand hatten die Inhaber eine kleine aber sehr einladend wirkende Terrasse mit Stühlen aufgebaut, dazu eine Eistruhe und einen Kühlschrank für Wanderer und Radfahrer.

Ich habe die Gelegenheit genutzt und mir zwei Fruchtstieleis gegönnt. Bei der Hitze war das eine wahre Wohltat und ein schönes Beispiel dafür, wie unkompliziert und gastfreundlich man Wanderern in Dänemark meistens begegnet. Bezahlt wurde bequem mit MobilePay oder PayPal! Auch hier haben die Initiatoren also mit PayPal an deutsche Urlauber gedacht!

Hinweis: Versorgung entlang der Strecke

Entlang der Filsø-Runde gibt es außer dem Henne Kro keine Einkehrmöglichkeiten oder Trinkwasserstellen. Die einzige Verpflegung unterwegs ist die gerade erwähnte und sich eher am Ende der Tour befindliche, improvisierte Raststation mit Eis und Getränken. Eine öffentliche Toilette findest du lediglich am Rastplatz beim Aussichtspunkt. Plane deine Verpflegung entsprechend autark und nimm ausreichend Wasser mit, besonders an heißen Tagen.


Der Dæmningsvejen: Über den Damm zurück zum Start

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Auf dem letzten Kilometer der Runde führt der Weg über den Dæmningsvejen, den Damm, der den Filsø in zwei Teile trennt. Von hier aus hat man noch einmal einen schönen Blick über beide Seehälften, bevor man zurück zum Ausgangspunkt an der Filsø Ellipsen gelangt. Aber man kann vom Damm aus in der entsprechenden Jahreszeit auch gut Wasservögel und ihren Nachwuchs beobachten. So beobachtete ich in schnellem Schritt das Nest einer Schwanenfamilie und sein reges Treiben dort.

Trotz des relativ hohen Asphalt-Anteils auf einigen Abschnitten ist die Filsø-Runde insgesamt eine nette, kurzweilige Wanderung. Wären da nicht die von mir absolut nicht erwarteten Begleiterscheinungen gewesen, die mir diesen Tag nachhaltig in Erinnerung behalten werden und zu meiner extrem schnellen Wanderung geführt hatten.


Bremsen, Hitze und eine Zecke: Die Herausforderungen der Tour

Was diese Wanderung für mich unvergesslich gemacht hat, waren nicht die Landschaft oder die Eispause, sondern die schiere Menge an blutdurstigen Bremsen. Kaum das man mal irgendwo stehen blieb, hatte ich innerhalb nur weniger Sekunden immer wieder eine Bremse auf der Haut sitzen. Das machte selbst kurze Pausen praktisch unmöglich.

Genau das ist auch der Grund für meinen ungewöhnlich hohen Schnitt von 5,6 km/h inkl. der Pausen! Ich bin im Grunde vor den Bremsen davongelaufen, statt die Landschaft in Ruhe genießen zu können. Da ich mit einer solchen Insektenflut nicht gerechnet hatte, hatte ich zu allem Überfluss auch keinerlei Repellent im Gepäck. Schade auch, aber selbstverschuldet!

Tipp: Insektenschutz nicht vergessen

Gerade in den Sommermonaten solltest du an dänischen Seen und Feuchtgebieten immer ein Insektenschutzmittel dabeihaben. Bremsen reagieren zudem oft stärker auf dunkle Kleidung, weshalb helle Wanderbekleidung die Zahl der Stiche zumindest reduzieren kann.

Als wäre das nicht genug gewesen, entdeckte ich am Abend nach der Tour auch noch eher zufällig eine sehr kleine Zecke an meinem rechten Unterschenkel. Zum Glück konnte ich sie mit der Pinzette meines Victorinox Classic SD Taschenmessers sauber entfernen, ohne dass es zu einer ringförmigen Rötung kam. Ein weiterer guter Grund, sich vor und während der Wanderungen mit Repellent einzusprühen.


Für wen eignet sich die Filsø-Runde?

Die Filsø-Runde ist landschaftlich abwechslungsreich, aber technisch alles andere als anspruchsvoll. Die Höhenmeter sind mit rund 40 Metern zu vernachlässigen, die Wege sind größtenteils gut befestigt und die Strecke ist gut ausgeschildert. Damit eignet sie sich grundsätzlich für jeden, der halbwegs fit ist und knapp 18 Kilometer am Stück zurücklegen möchte.

Wer allerdings vor allem naturbelassene Wege sucht, sollte wissen, dass ein spürbarer Teil der Runde über Fahrradwege eine Landstraße und Schotterwege führt. In Kombination mit Hitze und, wie in meinem Fall, einer Bremsenplage kann aus einer eigentlich entspannten Strecke schnell eine echte Geduldsprobe und Herausforderung werden.

Auch die eher schlechte Versorgung mit Wasser sollte vor Antritt dieser Tour bedacht werden!


Fazit: Meine Erfahrungen mit der Filsø-Runde

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Die Filsø-Runde ist eine landschaftlich schöne, technisch einfache Wanderung um einen der größten renaturierten Seen Dänemarks. Der Mix aus Single Trail, Fahrradweg, Landstraße und Schotterwegen sorgt für Abwechslung, auch wenn nicht jeder Abschnitt gleichermaßen reizvoll ist.

Für mich persönlich war die Tour vor allem als Trainingseinheit mit vollem Gepäck wertvoll, auch wenn die Kombination aus Hitze, fehlendem Wind und einer wahren Bremsenplage die Wanderung zu einer echten Belastungsprobe gemacht hat. Mein ungewöhnlich hoher Schnitt von 5,6 km/h spricht da für sich.

Wer die Runde selbst laufen möchte, sollte definitiv Insektenschutz einpacken, ausreichend Wasser mitnehmen und sich nach der Tour gründlich auf Zecken absuchen. Dann steht einem entspannten Tag am Filsø mit dem einen oder anderen Naturerlebnis nichts im Wege.

Link: GPS-Track zur Filsø-Runde

Den genauen Streckenverlauf meiner Filsø-Runde findest du auf Komoot: Zur Tour auf Komoot


Hast du Fragen zur Filsø-Runde, zu meiner Ausrüstung oder zu autarken Wanderungen in Dänemark? Dann melde dich gerne über mein Kontaktformular. Ich freue mich auf deine Nachricht.


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