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Glück gehabt

04.05.2018 | Drage

Der durch das Reh am Stoßfänger verursachte Schaden.
Kennt ihr das, wenn ihr eigentlich Pech habt, aber trotzdem denkt, dass ihr Glück gehabt habt?

Ich war gestern Abend sehr spontan zu einem Arbeitskollegen nach Maschen gefahren, um mit ihm über einige Dinge zu sprechen, seine Sichtweise dabei zu erfahren und dadurch auch ein bisschen Ablenkung zu bekommen.

Aus einem kurzen Besuch wurde dann aber irgendwie wieder ein ziemlich langer Besuch und so machte ich mich gegen 23:30 Uhr auf den Heimweg. Ich überlegte noch welche Strecke ich fahren sollte? A1, A39 oder quer durch. Ich entschied mit für quer durch und so schlug das Schicksal zu.

Als ich gegen 23:54 Uhr auf das Ortsschild Drage zurollte, so ich links nur kurz einen Körper auf die Straße springen, am linken Stoßfänger aufprallen und direkt im gleichen Bogen wieder nach links zurückfliegen. Ich bremste runter, dachte Schei** und stellte mich mit Warnblinker an den rechten Fahrbahnrand. Ich stieg aus und schaute mir den linken Stoßfänger an. Fu**. Der Stoßfänger war eingerissen, die Abdeckung von der Scheinwerferreinigungsanlage war weg und es waren sogar Tierhaare am Stoßfänger. Aber kein Blut und zum Glück liefen auch keinerlei Flüssigkeiten vom Auto aus. Die Reifen hatten ebenfalls keinen mitbekommen.

Hm. Und nun? Höre ich das Reh noch irgendwo? Nö, absolute Stille. Ich holte also mein Handy aus dem Kofferraum und wählte 110. Dem Herren schilderte ich das übliche wer, was, wann, wo, Anzahl Verletzte das Geschehen. Er wiederholte alles und fragte noch, ob das Reh noch lebt. Ich sagte ihm, dass ich das nicht weiß. Es ist Finster wie im Bärenarsch und hören tue ich auch kein Tier... Er verabschiedete sich mit dem Hinweis, die Unfallstelle abzusichern und das eine Streife auf dem Weg sei.

Ich ging also wieder an den Kofferraum und holte das Warndreieck. Ich baute es zusammen und stellte es etwa 100m hinter dem Fahrzeug an den Straßenrand. Dann begann das Warten... Ich war davon ausgegangen, dass eine Streife aus Winsen keine 10 Minuten bis Drage braucht. Falsch! Ich vertrieb mir dann die Zeit damit, das Reh zu finden. Taschenlampe an und ab dafür. Tja und auf Höhe des Warndreiecks fand ich es dann verendet auf dem Fahrradweg. Schade um das Tier. Aber immerhin hatte es alles direkt hinter sich.

Positiv erwähnen möchte ich noch, dass diverse Autofahrer anhielt und ihre Hilfe anboten. Negativ erwähnen muss ich eine Gruppe polnischer Berufskraftfahrer, die mit ihren drei Sattelschleppern nicht mal die Geschwindigkeit drosselten, sondern mit Volldampf an der Unfallstelle und damit auch an mir vorbei donnerten.

Etwa 40 Minuten nach dem Telefonat kam dann endlich der Streifenwagen. Der Polizist fragte direkt, ob ich das Reh schon gefunden hätte und kümmerte sich dann auch direkt darum. Die Polizistin kümmerte sich um mich und die Aufnahme des Unfalls. Ich zeigt ihr den Schaden, sie sah die Haare, wollte dann nur noch die Papiere, Führerschein und Personalausweis und dann hieß es nochmal ungefähr 10 Minuten warten. Ich bekam das Unfallprotokoll und meine Unterlagen zurück und wurde offiziell von der Unfallstelle entlassen.

Jetzt werdet ihr euch fragen, warum ich den Post entsprechend betitelt habe. Nun ja, klar ist es erst mal Pech, einen Wildunfall zu haben. Zumal ich auch mit deutlich geringerer als erlaubter Geschwindigkeit unterwegs war und das Reh bei normaler Geschwindigkeit wohl verpasst hätte. Aber was hätte alles passieren können? Das Auto hätte nicht mehr verkehrstüchtig sein können, weil ich das Reh mittig erfasst hätte und der Kühler einen mitbekommen hätte. Oder ich hätte bei einer Vollbremsung die Kontrolle verlieren und im Graben oder am Baum landen können. Alles deutlich schlimmere Szenarien, als das tatsächlich passierte.

Es ist nur ein Teilkaskoschaden. Niemand wird hochgestuft. Alles wird wieder repariert und kostet mich keinen Cent. So be it! Glück gehabt!!
Webredaktion:
Einen Hinweis möchte ich euch noch geben. Vergesst bei einem Unfall nicht, die Warnweste anzuziehen. Die Polizei hat mich nicht darauf hingewiesen aber mir ging das jetzt gerade beim Schreiben dieses Posts durch den Kopf!

Ein letztes Mal Würzburg

21.04.2018 | Würzburg

In Würzburg begrüsste uns der Frühling in voller Pracht.
Kennt ihr das, wenn man im Kopf mit etwas abgeschlossen hat und es auch für eine gute Entscheidung hält, dann aber dem Tag der Tage immer näher kommt und dabei plötzlich wehmütig wird?

Am letzten Montag machte ich mich mit einer rekordverdächtig großen Kollegengruppe auf nach Würzburg zu meinem wahrscheinlich letzten externen Season-Wechsel mit meinem aktuellen Team. Die Hinreise war die wohl langweiligste Anreise meiner Berufsgeschichte. Wir reisten zu Fünft mit der Deutschen Bahn und da war mir schon im Vorwege klar, dass einer in den sauren Apfel wird beißen müssen.

Als ich dann am Bahnsteig feststellte, dass ich derjenige sein werde, war ich zwar enttäuscht. Aber andererseits, was tut man nicht alles, damit andere besser zusammenwachsen... Die Fahrt war jedenfalls total öde. Ich schrieb den letzten Post über das Waltons-Release-Rodeo und las noch den einen oder anderen Fachartikel. Aber auch das mitgenommene Pensum war irgendwann aufgebraucht und dann blieb nur noch eines: Sudoku.

Nach einem wie immer herzlichen Hallo bei unserem externen Dienstleister in Würzburg ging es dann erst mal ans Arbeiten und das alles bei richtig gutem warmen Wetter! Und genau das gute Wetter sorgte dafür, dass wir uns recht früh wieder in den Feierabend aufmachten.


Die Menschenmengen am Main von der alten Main-Brücke aus.
Nachdem wir schnell im Hotel eingecheckt hatten, ging es ab an die Sommer-Location schlecht hin in Würzburg, die alte Main-Brücke. Dort tümmeln sich bei solch einem tollen Wetter hunderte Menschen und genießen gemeinsam ein paar Gläser regionalen Wein. So auch wir, wobei der eine oder andere durchaus Wein gegen Bier oder Radler tauschte. Den ersten Abend ließen wir dann im Hasenstall ziemlich spät ausklingen.

Und so lief es dann eigentlich jeden Tag. Arbeit ja, aber zeitlich eher reduziert und dann wieder ab an die alte Main-Brücke.

Am Donnerstagmittag ging es dann wieder mit der Bahn gen Heimat. Einerseits war ich froh darüber, andererseits war das aber auch ein schmerzlicher Abschied. In der Bahn dann wieder die gleiche Situation, wie auf der Hinfahrt. Die anderen Vier schön an einem Tisch und ich das fünfte Rad am Wagen... Ein Schelm, wer da böses denkt. Aber wusste unsere Sekretärin vor Monaten beim Buchen evtl. schon mehr als ich??

Naja, unterm Strich waren es schöne vier Tage, die ich nicht in der Firma und unter vernünftigen Menschen verbringen durfte und das alles an einem schönen Ort bei super Wetter. Fast wie Vietnam, aber eben nur fast...
WAS ICH NOCH ZU BIETEN HABE